Sigrid Hartong: Plädoyer für eine transformative statt datafizierungsgetriebene Bildungssteuerung
Sigrid Hartong ordnet die Pläne zur Einführung einer Bildungs-ID und eines Bildungsverlaufsregisters in eine langfristige, zunehmend exzessive Datafizierung von Gesellschaft und Bildung ein und warnt vor erheblichen Risiken. Aus Sicht der „Critical Data Studies“ betont sie, dass viele Probleme, die durch Daten gelöst werden sollten, kaum verbessert oder teils sogar verschärft wurden – auch in Ländern mit Schüler-ID. Mit der Forderung nach einem „Kassensturz“ kritisiert sie zudem die hohen Kosten des erforderlichen Steuerungs- und Verwaltungsapparats, so dass an anderer Stelle Mittel fehlen – etwa für Pädagogik, Unterstützung oder Personal. Die oft behauptete Alternativlosigkeit von „mehr Daten“ weist Hartong zurück und plädiert für eine kritische Auseinandersetzung mit und aktive Gestaltung von Daten und Technologien im Bildungssystem bis hin zu einer datensouveränen und zugleich transformativen Bildungssteuerung.



