Einträge von Martina Schmerr

Editorial: Mehr Daten – bessere Bildung? Was bringen Bildungs-ID, Bildungsverlaufsregister & Co.?

Die vorliegende Ausgabe „Mehr Daten – bessere Bildung?“ beleuchtet das bildungspolitische Vorhaben, durch eine umfassendere Datenerfassung und -zentralisierung das Bildungssystem zu verbessern. Noch nichts davon gehört? In der bildungspolitischen Diskussion sind manche Akteure auch erst durch den Koalitionsvertrag der aktuellen Bundesregierung auf die „Bildungs-ID“ und das „Bildungsverlaufsregister“ gestoßen. Die Bundesregierung will „gemeinsam mit den Ländern für die nächste Dekade relevante und messbare Bildungsziele vereinbaren und eine datengestützte Schulentwicklung und das Bildungsverlaufsregister schaffen.“ Zudem will sie die Einführung einer „zwischen den Ländern kompatiblen Schüler-ID“ unterstützen und die Verknüpfung mit der „Bürger-ID“ ermöglichen, also mit einer Identifikationsnummer, über die potenziell alles – etwa Steuern, Gesundheitsversorgung, Sozialleistungen und Bildung – verwaltet und gesteuert werden kann.

Editorial

Die Corona-Pandemie hat die Bildungslandschaft verändert. Die zum Teil monatelangen Kontaktbeschränkungen haben den Einsatz digitaler Bildungsformate in nahezu allen Bereichen deutlich beschleunigt. Relativ schnell haben Bildungseinrichtungen (Schulen, Hochschulen und Einrichtungen der beruflichen Aus- und Weiterbildung) auf diese Situation reagiert und – zunächst noch relativ naiv und hilflos wirkende, mit der Zeit aber in vielen Fällen professionellere – webbasierte Bildungsformate entwickelt. In der Post-Corona-Zeit werden klassische Präsenzveranstaltungen im Bildungssystem zwar wieder dominieren, die digitalen Angebote werden aber voraussichtlich nicht wieder auf ihr vorheriges niedriges Niveau zurückfallen.

Jörg Ferrando, Roman Jaich, Mario Patuzzi, Martina Schmerr, Uwe Elsholz: Haltelinien und Perspektiven für digitalisierte Bildungsprozesse – Bericht eines gewerkschaftlichen Austausches

Worüber reden wir eigentlich, wenn wir von „digitalisierten Bildungsprozessen“ sprechen? Wo sehen wir Potenziale für die Bildung und wo zeigen sich Grenzen und Gefahren? Jörg Ferrando von der IG Metall, Roman Jaich von der ver.di, Mario Patuzzi vom DGB sowie Martina Schmerr von der GEW, haben sich diesen Fragen in einem Gespräch gewidmet. Heraus gekommen sind offene Fragen, aber auch gewerkschaftliche Perspektiven und „Leitplanken“.

Editorial

Der Anspruch dieser Ausgabe ist es Akzente zu setzen, Akzente in einer komplexen und notwendigen Debatte. Nicht mehr und nicht weniger. Wir möchten explizit nicht von Werteerziehung sprechen, sondern von einer Werteorientierung in Bildung. Wir knüpfen damit an einen Diskurs an, der sich kritisch mit Werteerziehung auseinandersetzt. Bezugnehmend auf Oskar Negt, bildet die Auseinandersetzung mit den demokratischen Werten der bürgerlichen Gesellschaft einen nicht unwichtigen Teil einer emanzipativen politischen Bildung. Es geht um Menschenwürde, Demokratie und soziale Gerechtigkeit.