Bildung in der Krise – weder innovativ noch gerecht

Auch wenn sich die Meldungen häufen, dass die Krise überwunden sei, gibt es keinen Grund zur Entwarnung. Inzwischen ist die Wirtschafts- und Finanzmarktkrise zu einer Krise der öffentlichen Haushalte geworden. Wegbrechende Steuereinnahmen und hohe Ausgaben für Rettungs-und Konjunkturpakete haben die Neuverschuldung von Bund, Ländern und Gemeinden auf 120 Milliarden Euro im Jahr 2010 hoch getrieben. Der Schuldenberg ist seit der Krise um rund 200 Milliarden Euro auf 1,8 Billionen Euro angewachsen. Die Hälfte des Zuwachses geht auf das Konto der Bankenrettung.

Der Wissenschaftliche Beraterkreis von IG Metall und verdi weist in seinen Berufs-Bildungs-Perspektiven 2010 darauf hin, dass „den Stellenwert von Bildung in Zeiten der Krise überzubetonen bedeuten würde, die Augen vor den Eigenlogiken kapitalistischer Marktwirtschaft zu verschließen und systemimmanente Probleme zu individualisieren. Auch dass in der momentanen Krise die schlimmsten Befürchtungen hinsichtlich der zu erwartenden Arbeitslosenzahlen nicht eingetreten sind, kann nicht in erster Linie als Ergebnis von Bildungsbemühungen betrachtet werden.“ Aber er betont ausdrücklich: Bildung kann eine nicht zu unterschätzende Funktion auch bei der Bewältigung einer Krise einnehmen und ist vor allem ein unverzichtbarer Faktor für nachhaltige gesellschaftliche Entwicklung.

Wir fügen die Berufs- Bildungs-Perspektiven 2010 als download an.