Rechtsextremismus – Was ist das?

IMG_2650Eine allgemeingültige Definition des Begriffs Rechtsextremismus zu finden scheint unmöglich – seine genaue Bedeutung ist umstritten und nur schwer zu fassen. Dennoch sieht es so aus, als seien sich alle Expertinnen und Experten in einer Sache einig: Rechtsextremismus lehnt die Freiheit und die Gleichheit aller Menschen grundsätzlich ab.

Es lassen sich ein paar Merkmale ableiten, die elementarer Bestandteil rechtsextremistischen Gedankenguts sind:

  • Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus
  • Streben nach einer einheitlichen Volksgemeinschaft
  • Nationalismus in aggressiver Form
  • Chauvinistische Weltanschauung
  • Ablehnung demokratischer Werte
  • Befürwortung von Gewalt
  • Verharmlosung der National–sozialistischen Vergangenheit
  • Streben nach Militarismus und Führertum

Hier einige Definitionen von Rechtsextremismus.

Im Rahmen einer Studie der Friedrich- Ebert-Stiftung (2006) einigten sich elf führende Sozialwissenschaftler/innen auf folgende Beschreibung:

„Der Rechtsextremismus ist ein Einstellungsmuster, dessen verbindendes Kennzeichen Ungleichwertigkeitsvorstellungen darstellen. Diese äußern sich im politischen Bereich in der Affinität zu diktatorischen Regierungsformen, chauvinistischen Einstellungen und einer Verharmlosung bzw. Rechtfertigung des Nationalsozialismus. Im sozialen Bereich sind sie gekennzeichnet durch antisemitische, fremdenfeindliche und sozialdarwinistische Einstellungen.“

Das Institut interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung an der Universität Bielefeld untersucht seit mehr als zehn Jahren das Syndrom der Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit (GMF) und kommt zu folgendem Schluss:

„Die GMF basiert auf einer Ideologie der Ungleichwertigkeit, die sich in der Abwertung von unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen manifestiert und soziale Ungleichheit zementiert. Zentral ist hier jene Ungleichwertigkeit, die sich in Stereotypen, Vorurteilen und Feindseligkeiten ausdrückt. Menschenfeindlichkeit markiert und legitimiert die Ungleichwertigkeit von Individuen und Gruppen, sodass deren Diskriminierung wahrscheinlicher wird. Dieser Forschungsansatz bezieht sich nicht ausschließlich auf rechtsextremistische Gruppen, sondern untersucht die Einstellungen in der Gesamtbevölkerung.“

Und beim Bundesamt für Verfassungsschutz ist zu lesen:

„Der Rechtsextremismus stellt in Deutschland kein ideologisch einheitliches Gefüge dar, sondern tritt in verschiedenen Ausprägungen nationalistischer, rassistischer und antisemitischer Ideologieelemente und mit unterschiedlichen, sich daraus herleitenden Zielsetzungen auf. Dabei herrscht die Auffassung vor, die Zugehörigkeit zu einer Ethnie, Nation oder Rasse entscheide über den Wert eines Menschen. Dieses rechtsextremistische Werteverständnis steht in einem fundamentalen Widerspruch zum Grundgesetz, welches die Würde des Menschen in den Mittelpunkt stellt.“

Quelle: Aufdecken! Rechtsextreme Gefährdung am Arbeitsplatz; -pro aktiv gegen rechts – Mobile Beratung in Bremen und Bremerhaven, Seite 5; Hier der Link zur Broschüre: http://www.pro-aktiv-gegen-rechts.bremen.de/sixcms/detail.php?gsid=bremen188.c.2046.de