Rechte Orientierungen bei Auszubildenden

Von: Dr. Klaudia Tietze (Geschäftsführerin)

Dr. Klaudia Tietze

Geschäftsführerin

Dr. Klaudia Tietze (36), ist Geschäftsführerin des gewerkschaftsnahmen Vereins „Mach meinen Kumpel nicht an! – für Gleichbehandlung, gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit e.V.“ 2007 Promotion im Fach Politikwissenschaft an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster, Studium der Journalistik und Politikwissenschaft an der Jagiellonen Universität, Krakau (Polen). Tietze kommt ursprünglich aus Polen, ist verheiratet, hat zwei Kinder und wohnt in Düsseldorf. Arbeitsschwerpunkte: Ausländer- und Asylrecht; Berufliche/ soziale/ kulturelle Integration; Integrationspolitik; Interkulturelles Zusammenleben; Migrationsforschung; Migrationspolitik national; Nichtdiskriminierung/ Gleichbehandlung/ Konfliktbewältigung; ...
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Die meisten Auszubildenden betrachten kulturelle und ethnische Vielfalt als Bereicherung für die Gesellschaft und ihren Freundeskreis.(1) Sie engagieren sich mit vielfältigen Aktionen in Betrieben und außerhalb, um ein Zeichen gegen Rassismus und Rechtsextremismus zu setzen.(2) Dennoch sind sie gegen rechte Orientierungen nicht immun.

IMG_2799Wie viele von ihnen verfügen tatsächlich über rechte Orientierungen? Welche Faktoren wirken unterstützend und welche reduzierend auf die Entstehung ihres rechtsextremen Weltbildes? Diese Fragen sollen anhand wissenschaftlicher Ergebnisse beantwortet werden. Den Antworten liegen wissenschaftliche Untersuchungen zugrunde, die rechte Orientierungen an mindestens zwei Dimensionen messen: Befürwortung einer rechtsautoritären Diktatur und Ausländerfeindlichkeit/Fremdenfeindlichkeit.(3)

Rechtsorientierte Azubis: eine Minderheit? Ja!

Laut einer Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung aus dem Jahr 2012 haben neun Prozent der bundesdeutschen Bevölkerung ein geschlossenes rechtsextremes Weltbild.(4)  Rechtsextremismus wird in dieser Studie durch folgende Dimensionen definiert: Befürwortung einer rechtsautoritären Diktatur, Chauvinismus, Ausländerfeindlichkeit, Antisemitismus, Sozialdarwinismus und Verharmlosung des Nationalsozialismus.

Auf die Erwerbsgruppen verteilt bilden die Auszubildenden die kleinste Gruppe mit rechtsextremen Einstellungen. Nach der bereits erwähnten Definition des Rechtsextremismus weist bei den Jugendlichen in der Ausbildung vor allem die Dimension „Ausländerfeindlichkeit“ mit 16,2 Prozent die höchsten Werte auf.(5)

Da Ausländerfeindlichkeit ein Einstieg in den Rechtsextremismus sein kann, ist es erfreulich, dass die Werte für diese Dimension sinken. So waren sie 2006 mit 20,4 Prozent deutlich höher(6). Auch im Vergleich zur Gesamtbevölkerung mit 25,1 Prozent bleiben die Zahlen für Auszubildende niedrig.(7) An weiteren Stellen unter den Dimensionen der rechtsextremen Einstellungen Auszubildender standen Chauvinismus mit 12,9 Prozent, Antisemitismus mit 6,4 Prozent und Befürwortung der Diktatur, Verharmlosung des Nationalsozialismus und Sozialdarwinismus mit jeweils zwei Prozent.(8) Auch diese Zahlen waren im Vergleich zu 2006 niedriger.

Wohlstandschauvinismus und andere Übeltäter

Da in der Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung von 2012 alleine der Erwerbsstatus abgefragt wurde, lässt sich nicht feststellen, ob alle Jugendlichen in der Ausbildung gleichermaßen für Rechtsextremismus anfällig, oder ob es Gruppen gibt, die besonders gefährdet oder resistent sind. Auszubildende bilden keine homogene Gruppe, sondern sind Absolventinnen und Absolventen aller sekundären Schulen. Je nach Ausbildungsgang können dort Schülerinnen und Schüler einer bestimmten Schulart überrepräsentiert sein.

Des Weiteren sind die erlangten Ausbildungsplätze und die damit verbundenen Berufs- und Karrierechancen unterschiedlich, was auch einen Einfluss auf die Haltungen gegenüber der politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklungen haben kann. Ebenfalls können Geschlecht, Herkunft die politischen Orientierungen beeinflussen.

Es gibt nur wenige Studien, die sich mit rechtsextremen Orientierungen bei Auszubildenden beschäftigen. In den Mittelpunkt rücken hier die empirischen Untersuchungen der Tübinger Forschungsgruppe um Josef Held, die in den 90er Jahren begonnen und durch neue Erhebungen als aktuell bestätigt wurden. Das wichtigste Ergebnis dieser Erhebungen ist, dass sowohl erfolgreiche als auch benachteiligte Auszubildende rechte Orientierungen entwickeln können. Dabei sind erfolgreiche Auszubildende sogar stärker gefährdet.

Warum?

Anfang der 90er Jahre untersuchte die Tübinger Forschungsgruppe(9) Auszubildende in ost- und westdeutschen Bundesländern. 1991 wurden Auszubildende im verarbeitenden Gewerbe in Baden-Württemberg und 1993 Auszubildende in Baden-Württemberg und Sachsen untersucht. Bei der ersten Untersuchung gingen die Autoren von der vorherrschenden Annahme in der Jugendforschung aus, dass Jugendliche, die verunsichert sind, deren Perspektive unklar ist und die in ihrem beruflichen Weg Schwierigkeiten haben, eher zu rechten Orientierungen neigen.(10) Die Ergebnisse ihrer Forschungen haben diese Annahme jedoch widerlegt: nicht Jugendliche in einer besonders ungesicherten Situation waren stärker anfällig für politisch rechte Orientierungen, sondern solche, die als eine nicht benachteiligte Gruppe galten.

Die Unterschiede, die 1991 bei den Auszubildenden festgestellt wurden, waren signifikant. 27 Prozent der Auszubildenden aus der nicht benachteiligten Gruppe empfanden das gute Wahlergebnis der rechten Partei „Die Republikaner“ als „prima“. Bei den benachteiligten Jugendlichen waren lediglich elf Prozent dieser Meinung. 60 Prozent der nicht benachteiligten Jugendlichen waren der Auffassung, dass die meisten Asylbewerber nur von „unserem“ Wohlstand leben wollen. Diese Meinung vertraten nur 22 Prozent der benachteiligten Jugendlichen.

IMG_2858Der Aussage „Ausländer rein“ stimmten 50 Prozent der benachteiligten Jugendlichen und nur 18 Prozent der nicht benachteiligen Jugendlichen zu. Auch bei der Frage, ob Deutsche fleißiger und pflichtbewusster als andere sind, waren 80 Prozent der nicht benachteiligten Jugendlichen der Auffassung, dass dies zumindest „teilweise“ stimmt. Die Werte für benachteiligte Jugendliche waren auch bei dieser Frage deutlich niedriger. Insgesamt wurde in der Untersuchung festgestellt, dass Auszubildende, die sich generell für eine Gleichbehandlung von Ausländern aussprechen, das Wahlergebnis der Partei „Die Republikaner“ eher als beängstigend fanden. Diejenigen, die die Ungleichbehandlung befürworteten, konnten diese Beängstigung so nicht empfinden.(11)

Die Ursachen für diese Umfragewerte sah die Tübinger Forschungsgruppe in den gesellschaftlichen Modernisierungsprozessen. Die unmittelbaren sozialen Folgen dieser Prozesse stellten unterschiedliche Voraussetzungen für politische Orientierungen von Auszubildenden dar. Bei den Nicht-Gewinnern der Modernisierungsprozesse – den benachteiligten Jugendlichen – könnten ihre schwierige Lage und die eigenen Misserfolge im beruflichen oder sozialen Leben die Entstehung rechter Orientierungen begünstigen. Die Ursachen für die deutlich stärkere Anfälligkeit für rechtsextreme Orientierungen bei den nicht benachteiligten Jugendlichen sahen die Autoren im Wohlstandschauvinismus.

Wohlstandschauvinismus beschreibt die Tübinger Forschungsgruppe als die Furcht bestimmter Gruppen, ihren Wohlstand mit Fremden teilen zu müssen und dadurch an Lebensqualität einzubüßen. Wohlstandschauvinismus sei auch ein Bestandteil von Dominanzkultur: Menschen, die gut situiert sind und sich mit deutschen Wirtschaftsinteressen stark identifizieren sehen in ihrer ökonomischen Überlegenheit den politisch-kulturellen und persönlichen Vormachtanspruch.(12)

Wohlstandschauvinismus führt dazu, dass sich Auszubildende in relativ gesicherten Lebenssituationen von der Angst treiben lassen, etwas durch Fremde zu verlieren. Sie streben nach eigenem Erfolg, den sie mit dem Erfolg des eigenen Landes verbinden. Sobald der Erfolg durch Störungen wie z.B. Wirtschaftskrisen in Frage gestellt wird, wird nach Schuldigen gesucht. Diese werden nicht in dem eigenen idealisierten Leitbild gesucht, sondern außerhalb dessen.(13) Als Bedrohung werden hier nicht die gesellschaftlichen Verhältnisse, sondern andere Menschen identifiziert.(14) So werden auch die Haltungen zu Einwanderinnen und Einwanderern solange durch Gleichgültigkeit geprägt, wie die eigene Lebensweise nicht angegriffen gesehen wird.(15)

Diese rechten Orientierungen bei nicht benachteiligten Jugendlichen wurden auch in einer Studie der Karlsruher Universität aus dem Jahr 1995 von Albert Scherr festgestellt, die die politischen Handlungskompetenzen der Auszubildenden und Studenten untersuchte. In der Untersuchung sollten die Auszubildenden ihre zentralen politischen Themen benennen. Die befragten Jugendlichen machten ihre Lehre in einem Großbetrieb der Automobilindustrie, die sich zum Zeitpunkt der Befragung durch sichere Arbeitsplätze, überdurchschnittliche Löhne und innerbetriebliche Aufstiegschancen auszeichnete.(16) So nannten viele Auszubildende Probleme mit Asylbewerbern und Ausländern als ihr zentrales politisches Thema und bezogen offensiv fremdenfeindliche Positionen.(17)

In den Untersuchungen identifizierte die Tübinger Forschungsgruppe noch weitere Faktoren, die neben dem Wohlstandschauvinismus die Entstehung rechter Orientierungen fördern. Dazu gehören Konventionalismus, Autoritarismus und Nationalismus.(18)

Autoritarismus zeichnet sich, so die Tübinger Forschungsgruppe, durch die Unterordnung unter Autoritäten, autoritäre Aggression gegen Abweichungen von der Norm sowie Konventionalismus als generellen positiven Bezug auf die vorherrschende Ordnung in allen Bereichen des Lebens aus.(19) Konventionalismus ist eine Reaktion auf das abgelehnte Fremde. Von den Fremden werden Anpassungsleistungen gefordert, die die vermeintliche Normalität wieder herstellen sollen. Dabei ist diese so definierte Anpassungsleistung der Fremden an die Aufnahmegesellschaft nicht realisierbar, da im Integrationsprozess ein Austausch stattfinden muss, d. h. eine Anpassung auch von der Aufnahmegesellschaft geleistet werden muss. Das wird im Konventionalismus aber abgelehnt. Dieses Scheitern gilt in dieser Denkweise als Beleg für die Unwilligkeit der Fremden, sich zu integrieren.(20)

Geschlecht, Herkunft, Bildung

Es gibt nur wenige Faktoren, die sich reduzierend auf die Entwicklung von rechten Orientierungen auswirken. In vielen Untersuchungen ist zu beobachten, dass weibliche Auszubildende und Auszubildende mit Migrationshintergrund deutlich seltener rechten Parolen zustimmen. Die Tübinger Forschungsgruppe sieht für diese geringeren Zustimmungswerte jedoch andere Faktoren als Geschlecht und Migrationshintergrund ursächlich: Bei Auszubildenden mit Migrationshintergrund ist die geringere nationale Orientierung und deutlich stärkere Abgrenzung von rassistischen Tendenzen dadurch zu erklären, dass das Verhältnis zu Ausländern Teil der Umfragen zur Identifizierung von rechten Orientierungen ist. Bei anderen Fragen, z.B. zur demokratischen Orientierung oder Selbsteinordnung auf der rechts/links-Skala führt das Vorhandensein des Migrationshintergrunds zu keinen Differenzen.

Die weiblichen Auszubildenden zeichnen sich dagegen seltener durch rechte Orientierungen aus, weil sie als Frauen in ihrem Arbeitsbereich immer in Gefahr stehen, ausgegrenzt zu werden. Sie befinden sich in einer bestimmten Nähe zu anderen, die aus sozialen Gründen ausgegrenzt werden, wie z.B. Menschen ohne deutschen Pass. Auch lassen sie die Probleme von anderen stärker an sich heran und verbinden sie stärker mit eigenen Problemen als das bei männlichen Auszubildenden ohne Migrationshintergrund der Fall ist.(21)

Eindeutig reduzierend auf die Entwicklung von rechtsextremen Orientierungen wirkt sich, hier sind sich die Studien einig, das hohe Bildungsniveau aus. Die über Jahre hinweg durchgeführten Untersuchungen der Friedrich-Ebert-Stiftung zeigen, dass rechtsextreme Einstellungen bei Personen ohne Abitur mindestens doppelt so häufig als bei Personen mit Abitur auftreten.(22) Auch die Tübinger Forschungsgruppe stellte in ihren Untersuchungen fest, dass deutlich weniger Gymnasiasten als Realschüler und weniger Realschüler als Hauptschüler autoritär und rassistisch orientiert sind.(23)

 

Literatur

Bibouche S., Held J., Merkle G.: Rechtspopulismus in der Arbeitswelt, edition Hans-Böckler-Stiftung, Düsseldorf 2009;

Calmbach M, Thomas P.M., Borchard I., Flaig B: Wie ticken Jugendlichen. Lebenswelten von Jugendlichen im Alter von 14 bis 17 Jahren in Deutschland, SINUS Markt- und Sozialforschung GmbH, Berlin 2012;

Decker O, Brähler E.: Vom Rand zur Mitte. Rechtsextreme Einstellungen und ihre Einflussfaktoren in Deutschland, Friedrich-Ebert-Stiftung, Berlin 2006;

Decker O., Kiess J., Brähler E.: Die Mitte im Umbruch. Rechtsextreme Einstellungen in Deutschland 2012, Friedrich-Ebert-Stiftung, Berlin 2012;

Held J., Horn H., Leiprecht R., Marvakis A.: Du musst so handeln, dass Du Gewinn machst …“ Empirische Untersuchungen und theoretische Überlegungen zu politisch rechten Orientierungen jugendlicher Arbeitnehmer, DISS-Texte Nr. 18, Duisburg 1992;

Held J., Horn H., Marvakis A.: Politische Orientierungen Jugendlicher im vereinten Deutschland, in: Leiprecht R. (Hg.): In grenzen verstrickt. Jugendliche und Rassismus in Europa. Ergebnisse vergleichender Jugendforschung, DISS, Duisburg 1995;

Held J., Bibouche S., Dinger G., Merkle G., Schork C.: Rechtsextremismus und sein Umfeld – eine Regionalstudie, Abschlussbericht, Universität Tübingen, Tübingen 2007;

Raber W.: Antisemitische und Ausländerfeindliche Einstellungen, in: Schumann S., Winkler J (Hg.): Jugend, Politik und Rechtsextremismus in Rheinland-Pfalz. Ergebnisse eines empirischen Modellprojekts, Peter Lang, Frankfurt 1997;

Scherr A.: Soziale Identitäten Jugendlicher. Politische und berufsbiographische Orientierungen von Auszubildenden und Studenten, Leske+Budrich, Opladen 1995;

 

 

Fussnoten

1) Vgl. Calmbach/Thomas/Borchard/Flaig2012,S. 49;

2) Viele Beispiele für das Engagement der Auszubildenden gegen Rassismus und Rechtsextremismus sind auf folgenden Webseiten zu finden: www.gelbehand.de/wettbewerb, www.geöbehand.de/praxisbeispiele;

3) Bibouche/Held/Merkle 2009, S.149: Eine vergleichende Untersuchung mehrerer Studien hat ergaben, dass Rechtsextremismus unterschiedlich definiert wird. Die rechten Orientierungen werden durch unterschiedliche Dimensionen gemessen, daher ist es schwer die Studien zu vergleichen.

4) Decker/Kiess/Brähler Berlin 2012, S. 8;

5) Ebd.,S. 41;

6) Decker/Brähler2006, S. 49;

7) Decker/Kiess/Brähler Berlin 2012, S. 39;

8) Ebd., S. 41;

9) 1991: Tübinger Arbeitsgruppe

10) Held/Horn/Leiprecht/Marvakis 1992. S.8;

11) Ebd., S. 11 –12;

12) Held/Bibouche/Dinger/Merkle/Schork 2007, S. 25: „Er bezeichnet die Furcht bestimmter Gruppen, ihren Wohlstand mit Fremden teilen zu müssen und in der Folge an Lebensqualität einzubüßen. Wohlstandchauvinismus ist auch ein ‚Bestandteil von Dominanzkultur, das sich derart äußert, dass ökonomische Überlegenheit mit einem politisch kulturellen und persönlichen Vormachtsanspruch identifiziert wird, die gut situiert sind und sich mit deutschen Wirtschaftsinteressen stark identifizieren (Nikutta-Wasmuht u.a. 2005: 40; vgl. Rommelspacher 2000).“

13) Held/Horn/Leiprecht/ Marvakis 1992. S. 20 -21;

14) Held/Horn/Marvakis1995, S.122-123;

15) Held/Horn/Leiprecht/Marvakis 1992, S. 26;

16) Scherr 1995, S. 89;

17) Ebd., S. 85;

18) Bibouche/Held/Merkle2009, S.141;

19) Held/Bibouche/Dinger/Merkle/Schork 2007, S. 9;

20) Ebd., S. 26: „Konventionalismus ist eine Reaktion auf das abgelehnte Fremde, mit dem von den Fremden Anpassungsleistungen gefordert werden, die eine vermeintliche Normalität wieder herstellen sollen (vgl. Held u.a.: 1996). Dass diese erwarteten Normalisierungspraxen(vgl. Haug: 1984) in der Regel zum Scheitern verurteilt sind, weil sie als Anpassungsleistung der Fremden an die Aufnahmegesellschaft nicht nur in eine Richtung stattfinden können, interessiert eine konventionalistische Haltung nicht. Ganz im Gegenteil wird dieses Scheitern als Beleg für die Renitenz der Fremden, sich zu integrieren, angesehen, eine Logik, die man bei antisemitischen Haltungen ebenfalls beobachten kann (vgl. Sartre 1994).“

21) Bibouche/Held/Merkle 2009, S. 138,

22) Decker/Kiess/Brähler 2012, S. 39;

23) Bibouche/Held/Merkle 2009, S. 125, 139.Die Ergebnisse eines Modellprojekts aus Rheinland-Pfalz 1997 zeigten, dass 30 Prozent der Jugendlichen mit Hauptschulbildung, 20,6 Prozent mit Realschulbildung und 11,3 Prozent mit Gymnasialbildung antisemitische und ausländerfeindliche Ansichten vertraten: Raber 1997, S. 157.