Berufliche Bildung in Zeiten der Akademisierung

Wie lassen sich Aus- und Fortbildungsordnungen attraktiver gestalten?

Von: Dr. Hannelore Mottweiler (Wissenschaftliche Mitarbeiterin)

Dr. Hannelore Mottweiler

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Dr. Hannelore Mottweiler ist Diplom-Sozialwissenschaftlerin. Sie absolvierte eine Berufsausbildung zur staatlich geprüften Erzieherin, danach Studium der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften an der Universität Duisburg-Essen. Promotion zum Dr. phil. an der Fakultät für Gesellschaftswissenschaften, Universität Duisburg-Essen. Bis 2016 wissenschaftliche Mitarbeiterin in der universitären Forschung und Lehre am Institut für Soziologie der Universität Duisburg-Essen. Seit 2016 wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bundesinstitut für Berufsbildung, Abteilung Struktur und Ordnung der Berufsbildung, Arbeitsbereich 4.2.: Kaufmännische Berufe, Berufe der Medienwirtschaft und Logistik. Projektleiterin ...
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BERUFEPOLITIK Unternehmensvertreter berichten, dass Kompetenzprofile im E-Commerce wegen bisher fehlender Alternativen in der beruflichen Bildung häufig mit Akademikern besetzt wurden. Damit ist jetzt Schluß: Der neue Ausbildungsberuf Kaufleute im E-Commerce ist ein attraktives Angebot für die Betrieb und damit eine Alternative zum Studium. Eine Fortbildungsregelung soll demnächst folgen.

Anhaltender Trend der „Akademisierung“

Immer mehr Schulabsolventen und -absolventinnen schließen heute ihre Schullaufbahn mit Abitur oder Fachhochschulreife ab. Zugleich steigt die Anzahl an Studienanfängern und Studienanfängerinnen, wohingegen berufliche Ausbildungswege scheinbar an Attraktivität verlieren. So zeigen die Anfängerzahlen im Sektor dualer Berufsausbildungsgänge nach BBiG im Zeitraum zwischen 2005 und 2015 Rückgänge von 7%, während die Anfängerzahlen akademischer Studiengänge im gleichen Zeitraum um 39% gestiegen sind.[1] Unter dem Titel der „Akademisierung“ findet bereits seit einigen Jahren eine Debatte zum möglichen Relevanzverlust beruflicher Karrierewege statt, die je nach Blickwinkel und Zahlengrundlage mit höherer oder geringerer Intensität geführt wird.

Empirische Befunde, wonach 2013 die Anzahl der Studienanfänger/-innen gleichauf mit den Anfängern und Anfängerinnen der dualen Berufsausbildung lagen, haben in der öffentlichen Diskussion alarmierende Fragen ausgelöst. Die Einschätzungen, zu welchen Konsequenzen diese Entwicklung führen wird, variieren. Befürchtet wird unter anderem ein fortschreitender Prozess der Höherqualifizierung, bei dem es quasi zu einer „Inflation“ höherer Bildungsabschlüsse kommt und in dessen Folge immer weniger Absolventen und Absolventinnen eine mittlere Fach- und Führungsposition erreichen. Letztlich könnte dies zu einer Entwertung von beruflichen Aus- und Fortbildungsabschlüssen führen. Szenarien vom Ende der dualen Berufsausbildung als solche bilden hierbei nur eine, wenngleich extreme, Sichtweise.

Während sich immer mehr junge Menschen für ein Studium entscheiden, verstärkt sich in einigen Berufsbereichen der Fachkräftemangel. Doch welche Gründe sind ausschlaggebend für Bildungsentscheidungen, die sich immer häufiger gegen die klassische „Karriere mit Lehre“ richten und akademische Bildungswege bevorzugen? Dieser Beitrag skizziert zunächst in Kürze aktuelle Forschungsbefunde zu diesem Thema und widmet sich anschließend der zentralen Frage, welche Anforderungen sich hieraus für die konkrete Gestaltung von Aus- und Fortbildungsregelungen in der dualen Berufsbildung ergeben.

Verschiebungen in der Bildungslandschaft – Herausforderungen für die Gestaltung beruflicher Aus- und Fortbildungswege

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Passungsprobleme: Nicht in allen Branchen und Unternehmen gibt es veränderte Kompetenzbedarfe, z.B. durch Digitalisierung oder Internationalisierung.

Während aktuelle Studien insbesondere in kaufmännischen Berufsbereichen ein hohes Verdrängungspotential von klassischen beruflichen Aus- und Fortbildungswegen durch neue Studiengänge feststellen,[2] ist nach wie vor unklar, ob es auf betrieblicher Ebene mit der Einführung von dreijährigen Bachelor-Studiengängen zu einer verstärkten Substitution von betrieblich Ausgebildeten durch Akademiker/-innen auf mittleren Fach- und Führungspositionen kommt. Hier deuten bisherige Forschungsergebnisse eher darauf hin, dass dies – also der Einsatz beruflich- oder akademisch qualifizierter Mitarbeiter/-innen – je nach Aufgaben und Tätigkeitsbereichen unterschiedlich ist. So ist eine Kombination aus fach- und firmenspezifischem, praktischen Wissen nach wie vor bei vielen Betrieben gefragt. Dies schließt aber mögliche Konkurrenzsituationen vor allem dann nicht aus, wenn sich die Absolventenzahlen von Bachelor-Studiengängen im weiteren Zeitverlauf erhöhen und zugleich die Absolventenzahlen in der beruflichen Bildung zurückgehen.

Bei der Ursachenforschung rücken die Bildungsentscheidungen von Schulabsolventen und -absolventinnen mit (Fach-)Hochschulzugangsberechtigung in den Vordergrund des Interesses. Einige Unternehmen berichten, dass duale Studiengänge hauptsächlich in stärkerem Umfang angeboten werden, um der erhöhten Studierneigung von potentiellen Bewerberinnen und Bewerbern Rechnung zu tragen. Andere Unternehmen klagen hingegen, dass Ausbildungsplätze immer schwieriger mit qualifizierten Bewerberinnen und Bewerbern besetzt werden können.

Diese Passungsprobleme deuten darauf hin, dass längst nicht in allen Branchen und Unternehmen veränderte Kompetenzbedarfe, z.B. durch Digitalisierung oder Internationalisierung, einen höheren Bedarf an akademischer Ausbildung erzeugen. Auch im kaufmännischen Bereich des Handels, der Logistik, der Banken und im Tourismus sieht eine deutliche Mehrheit der Unternehmen keinen Relevanzverlust der dualen Berufsausbildung im Hinblick auf ihren Fachkräftebedarf und ihre zukünftige personalpolitische Ausrichtung[3].

Betrachtet man die Entscheidungen von Absolventinnen und Absolventen, so spielen neben persönlichen Interessen und konkreten Ausbildungsinhalten auch Prestige und Attraktivität der Ausbildungsgänge eine Rolle. Akademische Abschlüsse versprechen hierbei eine höhere Arbeitsmarktverwertbarkeit. Sie ermöglichen zum Teil das Erreichen höherer Positionen, steilere Aufstiege und sind für manche Funktionen im Unternehmen Voraussetzung.

Diese Entscheidungsgrundlagen spielen nicht nur bei der Wahl zwischen dualer Erstausbildung oder Studium, sondern auch mit Blick auf die Weiterbildung eine Rolle, was dazu führt, dass berufsbegleitende Studiengänge Aufstiegsfortbildungen z.T. vorgezogen werden.[4] Unter Berücksichtigung all dieser Gesichtspunkte erscheinen akademische Angebote oftmals attraktiver. Vielfach sind Möglichkeiten beruflicher Karrieren – insbesondere mit Blick auf berufliche Fortbildungswege – aber auch nicht ausreichend bekannt.

Berufliche Aus- und Weiterbildungswege attraktiver gestalten – Aufgaben für die Ordnungsarbeit

Die Überlegungen, wie berufliche Aus- und Weiterbildungswege attraktiver gestaltet werden können, reichen von finanziellen Unterstützungsstrukturen wie z.B. Aufstiegsstipendien, Weiterbildungsstipendium und Meister-BAföG bis hin zu einer besseren Durchlässigkeit, Anschlussfähigkeit und der faktischen Umsetzung der Gleichwertigkeit der Bildungsgänge. Eine zentrale Aufgabe der Sozialpartner, der zuständigen Bundesministerien und des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) liegt in der attraktiven und zukunftsfähigen Gestaltung von bundeseinheitlich geregelten Aus- und Fortbildungsregelungen in der beruflichen Bildung.

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Kaufmann/-frau im E-Commerce: Der zum 1. August 2018 in Kraft tretende Beruf zeigt,  wie neue Kompetenzbedarfe durch einen erhöhten Bedeutungsgewinn des Online-Geschäftsverkehrs branchenübergreifend – vom Groß- und Außenhandel über den Einzelhandel und der Tourismusbranche bis zu Herstellern und Dienstleistern – aufgegriffen werden.

Wird eine bundeseinheitlich geregelte Ausbildung oder Fortbildung modernisiert oder neugestaltet, kommen Spitzenorganisationen der Sozialpartner und die zuständigen Ministerien mit dem BIBB zusammen. Gemeinsam mit Sachverständigen aus der beruflichen Praxis werden unter Federführung des BIBB Entwürfe für neue oder modernisierte Aus- und Fortbildungsordnungen erarbeitet. Diese sogenannten Ordnungsverfahren sind ein wichtiger Baustein der dualen Berufsbildung. Die Beteiligung von Bund, Sachverständigen und Sozialpartnern sorgt für einen breiten Konsens über Aus- und Fortbildungsinhalte. Sie beinhalten zudem eine enge Abstimmung mit Fachleuten der Berufsschulen auf Länderseite, welche die Rahmenlehrplanentwürfe – also die Grundlagen für die Beschulung in den einzelnen Berufen am dualen Lernort Berufsschule – erarbeiten.

Aktualität und Passgenauigkeit

Eine zentrale Aufgabe von Aus- und Fortbildungsordnungen ist, den fortwährenden Wandel der Arbeitswelt mit neuen Kompetenzanforderungen aufzugreifen und damit eine hohe Qualität von Aus- und Fortbildung sicherzustellen. Gerade vor dem Hintergrund permanenter technologischer Weiterentwicklungen und digitaler Trends gilt es, neue Bedarfe zu identifizieren, deren Nachhaltigkeit zu ermitteln und sie in einer kompetenzbasierten Art und Weise in die Verordnungen zu integrieren. Am Beispiel des neuen Ausbildungsberufs Kaufmann/-frau im E-Commerce, der zum 1. August 2018 in Kraft tritt, wird deutlich, wie neue Kompetenzbedarfe durch einen erhöhten Bedeutungsgewinn des Online-Geschäftsverkehrs branchenübergreifend – vom Groß- und Außenhandel über den Einzelhandel und der Tourismusbranche bis zu Herstellern und Dienstleistern – aufgegriffen werden.

So berichteten Unternehmensvertreter/-innen, dass Kompetenzprofile im E-Commerce wegen bisher fehlender Alternativen in der beruflichen Bildung häufiger mit Akademikerinnen und Akademikern besetzt wurden.[5] Der neue Ausbildungsberuf wird als attraktives Angebot der dualen Berufsausbildung und damit als Alternative zum Studium nicht nur von Unternehmensseite begrüßt. Auch für zukünftige Auszubildende bietet sich hier ein zukunftsweisender Ausbildungsberuf mit einem interessanten und zeitgemäßen Aufgabenspektrum; um dies zu untermauern und wegen des großen Interesses und der erwarteten Nachfrage nach diesem neuen Beruf haben die Sozialpartner schon während der Sachverständigensitzungen erkennen lassen, dass in nächster Zeit auch eine Fortbildungsregelung erarbeitet werden soll, um weiterführende Karrierewege für Kaufleute im E-Commerce zu eröffnen.

Aktualität und Passgenauigkeit sind dabei über den Ausbildungsbereich hinaus auch im Fortbildungsbereich wichtige Kriterien für die (Weiter)Entwicklung von Fortbildungsregelungen. Dies ist nicht nur vor dem Leitbild des „lebenslangen Lernen“ von zentraler Bedeutung. Geregelte Fortbildungsangebote finden vor allem dann eine große Akzeptanz, wenn sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer hier eine qualitätsbasierte und praxisorientierte Qualifizierung für zukünftige Arbeitsaufgaben sehen. Am Beispiel des Geprüften Bilanzbuchhalters/ der Geprüften Bilanzbuchhalterin zeigt sich, dass Aufstiegsfortbildungen insbesondere dann gut angenommen und nachgefragt werden, wenn Unternehmen von der Qualität überzeugt sind und Absolventinnen und Absolventen durch die Fortbildung ihr berufliches Weiterkommen gesichert sehen.

Dabei ist es nicht nur wichtig, Fortbildungen mit einer hohen berufsbereichsspezifischen Spezialisierung weiterzuentwickeln. Eher strategisch ausgelegte generalistische Fortbildungen auf der dritten beruflichen Fortbildungsebene, wie z.B. die Fortbildung zum Geprüften Betriebswirt und zur Geprüften Betriebswirtin, die derzeit novelliert wird, ermöglichen über den konkreten Branchenbezug hinaus eine Weiterqualifizierung für Führungsaufgaben in Unternehmen.

Ein nicht zu vernachlässigender Aspekt betrifft auch die Berufsbezeichnung der geregelten Fortbildungsabschlüsse. Hier haben Forschungen des BIBB ergeben, dass bereits die Namen von Fortbildungen Qualität und Attraktivität – ob zurecht oder unrecht – signalisieren. „Unmoderne“ Fortbildungsbezeichnungen wirken sich negativ auf die Nachfrage aus.[6] Die Verknüpfung zwischen Namengebung und Image des Fortbildungsabschlusses ist dabei nicht zu unterschätzen. Am Beispiel der Aufstiegsfortbildung zum „Küchenmeister“ berichteten Personalverantwortliche und Beschäftigte in der Hotellerie, dass sie diese Bezeichnung als nicht mehr zeitgemäß empfinden und stattdessen beispielsweise die Bezeichnung „Küchenmanager“ präferieren würden.[7] Inwieweit eine zum akademischen „Bachelor“ und „Master“ vergleichbare „Signalwirkung“ beruflicher Fortbildungsabschlüsse erreicht werden kann, ist nicht zuletzt ein aktuell stark diskutiertes Thema in der Berufsbildungspolitik.

Stärkere Verzahnung von Aus- und Fortbildungswegen

Im Handel erfreuen sich sogenannte „Abiturientenprogramme“ immer größerer Beliebtheit, d.h. eine Verknüpfung von (z.T. verkürzter) dualer Berufsausbildung mit einer geregelten Aufstiegsfortbildung. Häufig wird hierbei die Ausbildung zum/zur Kaufmann/-frau im Einzelhandel mit der Fortbildung zum/zur Handelsfachwirt/-in kombiniert. Diese Verknüpfung signalisiert bereits zu Beginn der Ausbildung mögliche betriebliche Aufstiegspfade. Nicht überraschend zählt die geregelte Fortbildung zum Handelsfachwirt zu einer der am meisten nachgefragten Aufstiegsfortbildungen im kaufmännischen Bereich, mit stetig steigenden Prüfungsteilnehmerzahlen.

Im Rahmen der Modernisierung von Aus- und Fortbildungsregelungen gilt es daher für alle zentralen Ausbildungsberufe, Anknüpfungspunkte zur nächsten Fortbildungsebene nicht nur herzustellen, sondern vor allem auch herauszustellen. Untersuchungen aus dem BIBB zeigen, dass geregelte Weiterbildungen noch expliziter erkennbar und von non-formalen Weiterbildungen abzugrenzen sind. Hier wird insgesamt ein hoher Informationsbedarf gesehen[8].

Wechselseitige Durchlässigkeit zwischen beruflichen und akademischen Bildungswegen

Die Durchlässigkeit zwischen dualer Berufsausbildung und anknüpfenden Möglichkeiten eines (Fach-) Hochschulstudiums gilt seit längerem als ein wichtiger Baustein, berufliche Ausbildungswege attraktiver zu gestalten. Umgekehrt ist es auch wichtig, den eingeschlagenen Weg, bereits erbrachte Studienleistungen von Studienabbrechern und Studienabbrecherinnen bei den Zulassungsvoraussetzungen für Aus- und Fortbildungen anzurechnen, konsequent fortzuführen. In den Blick geraten hierbei jedoch nicht nur Studienabbrecher/-innen, die von beruflichen Bildungswegen mit einer stärker praxisorientierten Ausrichtung profitieren können. Auch für Absolventinnen und Absolventen von Bachelorstudiengängen mit einer eher generalistischen Ausrichtung sind geregelte Fortbildungen zur zielgerichteten, spezialisierenden Weiterbildung in bestimmten Berufsbereichen von Interesse. Bildungsverläufe im kaufmännischen Bereich haben gezeigt, dass Wechsel zwischen beruflichen und akademischen Weiterbildungswegen durchaus vorkommen.

Die Attraktivität von geregelten Fortbildungen steigt dabei mit den Möglichkeiten sich bestimmte Lerninhalte, die bereits im Rahmen eines Studiums erbracht wurden, anrechnen zu lassen. Ebenso sind hochschulische Leistungen von Bachelor-Absolventen und –absolventinnen bei den Zulassungskriterien für solche geregelten Fortbildungen zu beachten, die im Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR) der dritten beruflichen Fortbildungsebene – dem DQR-Niveau 7 – äquivalent zum Master eingestuft werden.

Gleichwertigkeit

Eine der größten Herausforderungen in der Gestaltung von beruflichen Aus- und Fortbildungsordnungen besteht im Ziel, insbesondere im Fortbildungsbereich nicht nur formal eine Gleichwertigkeit zu akademischen Bildungsabschlüssen herzustellen. Damit Unternehmen und potentielle Bewerber/-innen diese Bildungsgänge als attraktive Alternative oder Ergänzung zu einem Hochschulstudium wahrnehmen, ist die qualitativ hochwertige Implementierung von prozess- und handlungsorientierten Inhalten von besonderer Bedeutung. Berufliche Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten, die fach-, branchen- und unternehmensspezifisches Wissen für Fachkräfte und mittlere Führungspositionen in idealer Weise kombinieren, spielen als besonders arbeitsmarkt- und praxisnahe Bildungswege eine zentrale Rolle.

Über die konkrete Ausgestaltung von Aus- und Fortbildungsordnungen hinaus ist Gleichwertigkeit zwischen beruflichen und akademischen Qualifizierungswegen auf den jeweils äquivalenten Stufen des DQR eine gerade auch im Hinblick auf Fachkräftesicherung eminent wichtige politische Aufgabe. Es geht darum, die Wertigkeit und Wertschätzung beruflicher Bildungswege und Abschlüsse und deren Anerkennung im Hinblick auf Durchlässigkeit weiter zu stärken. So zeigt das Beispiel der höheren Berufsbildung in der Schweiz[9]  eine hohe Akzeptanz und gute Nachfrage nach beruflichen Qualifizierungswegen, was nicht zuletzt auf eine breite politische Unterstützung zurückzuführen ist.

Literatur

1 Bundesinstitut für Berufsbildung (2016). Datenreport zum Berufsbildungsbericht 2016. Bonn, Bundesinstitut für Berufsbildung.

2 Euler, D./ Severing, E. (2017). Welche Berufsausbildungen sind durch akademische Bildungsangebote gefährdet? Indikatoren für eine Verschiebung von der Berufsausbildung in akademische Studienangebote. Gütersloh, Bertelsmann Stiftung.

3 Unveröffentlichte Zwischenergebnisse aus dem BIBB Forschungsprojekt „Typische Bildungsverläufe und Karriereweg in ausgewählten kaufmännischen Berufsbereichen.“

4 Unveröffentlichte Zwischenergebnisse aus dem BIBB Forschungsprojekt „Typische Bildungsverläufe und Karriereweg in ausgewählten kaufmännischen Berufsbereichen.“

5 Unveröffentlichte Zwischenergebnisse aus dem BIBB Forschungsprojekt „Typische Bildungsverläufe und Karriereweg in ausgewählten kaufmännischen Berufsbereichen.“

6 Blötz, U. et al. 2015: Untersuchung zu Abschlussbezeichnungen der geregelten beruflichen Fortbildung. Abschlussbericht. Bonn, Bundesinstitut für Berufsbildung

7 Unveröffentlichte Zwischenergebnisse aus dem BIBB Forschungsprojekt „Typische Bildungsverläufe und Karriereweg in ausgewählten kaufmännischen Berufsbereichen.“

8 Blötz, U. et al. 2015: Untersuchung zu Abschlussbezeichnungen der geregelten beruflichen Fortbildung. Abschlussbericht. Bonn, Bundesinstitut für Berufsbildung

9 Baumeler, C. et al. 2017: Berufsbildungskarrieren jenseits der Akademisierung. Impulse zur Profilierung der Aufstiegsfortbildung aus schweizerischer Perspektive. In: BWP 3/2017.