Lieber breit als spitz

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BONA SZ – ein Modellprojekt zur Berufsorientierung und Nachwuchssicherung in Südostniedersachsen

Günter Schwardt-Christen, Christian Wichert, Reinhard Zabel

Spaß an der Sache, Interesse an der Firma, Fachwissen, Teamfähigkeit und Lernbereitschaft – Unternehmen haben eine ziemlich genaue Vorstellung von den Menschen, die sie als Nachwuchs an den Betrieb binden wollen. Gesetzt wird auf Zeugnisnoten und insbesondere bei größeren Unternehmen: Einstellungstests. Die Besten werden i. d. R. genommen. Die Besten? Und sind die Besten immer die Richtigen? Ethisch angemessener und letztlich wohl auch gesamtwirtschaftlich effizienter ist es, die Berufswahlreife aller Schüler/innen differenziert zu fördern und zwar über einen längeren Zeitraum. Schüler/innen brauchen Zeit und müssen dabei systematisch unterstützt werden, sich ihrer Interessen und Fähigkeiten bewusst zu werden. Das Projekt BONA SZ leistet das. Dabei steht das Akronym BONA SZ für „Berufsorientierung und Nachwuchssicherung für gewerblich-technische und naturwissenschaftliche Berufe unter veränderten demographischen Bedingungen in Salzgitter und der Region Braunschweig“

BONA SZ wirbt durch Praxis und Theorie, durch Erleben und Reflexion dafür, sich mit MINT auseinanderzusetzen. Die reflexiven Elemente reichen von der Selbsterkundung über eine fünftägige Kompetenzfeststellung bis zum Üben von Bewerbungsgesprächen und der Berufswege- und Karriereplanung. Praktische Aktivitäten sind das Experimentieren mit der BONA- Experimentierkiste, das Wiederentdecken der Phänomene im betrieblichen Alltag und – beim Marktplatz der Möglichkeiten – die praktische Erkundung konkreter Ausbildungsberufsbilder sowie die Betriebspraktika. Abgerundet wird das Programm durch das Erlernen einer einfachen Form von Wissenschaftskommunikation im Rahmen des Projektes „Physik für helle Köpfe“.

Der Hintergrund

Mit bewährten Instrumenten allen Schüler/innen eines Jahrgangs Selbstreflexion ermöglichen, durch konkrete Angebote mit alltäglichen Phänomenen der Arbeitswelt sowie beruflichen Anforderungen insbesondere im technisch-gewerblichen Bereich vertraut machen, das charakterisiert den BONA- Ansatz.

Die Ausgangsituation sieht zunächst anders aus.

Schülerinnen und Schüler: langfristige Begleitung gewünscht

Unklarheit über die eigene Interessenlage, Unsicherheit über die Arbeitsmarktentwicklungen und Orientierungslosigkeit kennzeichnen generell die Situation von Schüler/innen in Bezug auf ihre Studien- und Berufswahl. Deshalb wünschen sie sich einen besseren Überblick über Studien- und Ausbildungsmöglichkeiten und eine langfristige Begleitung in ihrem Entscheidungsprozess, den sie als anspruchsvoll und komplex erleben.

Das Schulsystem: Langsame Veränderung über Projekte

Die Zahl der schulischen Projekte zum Thema Berufsorientierung ist groß, die Zahl der Schüler/innen, die daran teilnehmen oder teilnehmen sollen, ist dagegen begrenzt. Entweder richten sie sich an Benachteiligte, deren Schulabschluss und Einmündung in eine Berufslaufbahn gefährdet ist. Dann sind sie an Hauptschulen angesiedelt, wo die Zukunftsaussichten der Schüler/innen grundsätzlich prekär sind und ihnen dies auch bewusst ist. Für die besonders Benachteiligten sind die Projekte oft nur der Einstieg in das Übergangssystem. Oder Sie fördern besonders begabte Schüler/innen an Gymnasien durch die Teilnahme an Wettbewerben und privilegierten Kooperationen mit Universitäten, Forschungseinrichtungen und Unternehmen. Ohne den Nutzen dieser Projekte in Zweifel zu stellen kann gesagt werden, dass der Bedarf der Mehrzahl der Schüler/innen nach einer allgemeinen Berufsorientierung damit noch nicht befriedigt werden kann.

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Aus ihrem Selbstverständnis und der Notwendigkeit heraus, die unterschiedlichen Projektanforderungen und ministeriellen Vorgaben zu bewältigen, haben Hauptschulen schon seit geraumer Zeit eine Vielzahl an Aktivitäten zur Berufsorientierung in ihren Schulprogrammen verankert, wenn auch mit den dieser Schulform eigenen Frustrationen und Vergeblichkeiten. Sie haben die Zahl der Praktika erhöht, veranstalten Berufsorientierungswochen, entwickeln, häufig in Zusammenarbeit mit der kommunalen Jugendberufshilfe, besondere Beschulungsformen mit großen praktischen Anteilen für Schulmüde, die individuelle Förderung und die Schulsozialarbeit wurde verstärkt. Auch die Einführung von Kompetenzfeststellungsverfahren bzw. Potentialassessments vollzog sich in dieser Schulform als Teil der Benachteiligtenförderung. Da die für diese Maßnahmen benötigten Ressourcen aufgrund der Projektförderung nur zeitlich begrenzt zur Verfügung stehen, ist es für die Schulen nicht möglich, ihr pädagogisches Programm langfristig zu entwickeln. Eine nachhaltige Implementierung in den Lehrerkollegien und gegenüber den Eltern und kooperierenden Betrieben wird dadurch erschwert.

Realschulen haben schon seit längerer Zeit ihr Programm der Berufsorientierung erweitert. Aber wie an Gymnasien setzt die Unterstützung des Berufswahlprozesses der Schüler/innen bislang in der Regel erst relativ spät in der 9. bzw. 10. Klassenstufe ein. Inzwischen kann aber als Ergebnis aller Projekte zu diesem Thema die Erkenntnis, möglichst früh mit der Berufsorientierung zu beginnen, als gesichert gelten. Die Tatsache, dass auch Realschulabsolvent/innen in beträchtlichem Umfang weiter zur Schule gehen oder in das Übergangssystem wechseln, also keinen Ausbildungsplatz bekommen, einerseits, andererseits die inzwischen durch Erlass vorgegebene Anforderung, den Stundenumfang für die Berufsorientierung zu erhöhen, erfordert Veränderungen in Konzeption und Selbstverständnis dieser Schulform.

Ein allen Schulformen gemeinsames Element der Berufsorientierung ist bislang nur das Schülerbetriebspraktikum. Allerdings gibt es hier noch Verbesserungsmöglichkeiten in der praktischen Durchführung. Gleiches gilt für die obligatorischen Bewerbungstrainings. Darüber hinaus haben sich für alle Schulformen jeweils spezifische Kooperationen mit der Wirtschaft entwickelt, die jedoch unterschiedlich intensiv und systematisch gelebt werden.

Die Berufsberatung der Agentur für Arbeit: Intensivierung notwendig

In der Agentur für Arbeit bedeutet Berufsberatung vorrangig eine Entscheidungshilfe und eine Vermittlungsleistung aufgrund einer Profilbildung (Marktnähe) kurz vor Beendigung der Schulzeit. Vermittelt wird zum einen zwischen betrieblichen Ausbildungsplatzangeboten und -anforderungen und den Kompetenzen der Schüler/innen. Vermittelt wird zum anderen in eine weiterführende Stufe innerhalb des Systems, also in Ausbildung oder das Übergangssystem, einen weiterführenden Schulbesuch oder ein Studium. Es gibt ein umfangreiches Informationsangebot im Internet und in den Berufsinformationszentren (BIZ). Mehr, also eine längerfristige Begleitung des Berufswahlprozesses der Schüler/innen, ist aufgrund personeller Ausdünnung und zentraler Vorgaben nicht möglich, mit der Folge, mangelnde Berufswahl- und Ausbildungsreife nur immer wieder beklagen zu können. Die Möglichkeiten der vertieften Berufsorientierung nach §33 SGB III schaffen hier nur begrenzt Abhilfe, da auch sie bislang häufig für eine begrenzte Klientel aufgesetzt wurden und die Nachteile der Einführung als Projekt mit begrenztem Planungshorizont mit anderen Projekten teilen.

Die Kommunen: Übergangsmanagement etablieren

Das Phänomen, dass jede Schule „das Rad neu erfindet“ oder sich von Dienstleistern erfinden lässt, die oftmals durch Förderprogramme einem fiktiven Innovationsanspruch folgen müssen, wird weithin beklagt und kann sich noch vervielfältigen, wenn Realschulen und Gymnasien ihre Aktivitäten im Feld Berufsorientierung ausweiten bzw. ausweiten müssen. Von entscheidender Bedeutung ist deshalb, dass Schulen auf ein gut ausgebautes Unterstützungssystem zurückgreifen können. Angestoßen durch die Diskussion um den demografischen Wandel und den dadurch drohenden Fachkräftemangel stellt sich das Projekt BONA SZ dieser Aufgabe, indem es das kommunale Übergangssystem in Salzgitter nach unten durch ein gemeinsames Basiscurriculum Berufsorientierung für alle allgemeinbildenden Schulen erweitert. Damit ist die Möglichkeit gegeben, durch den Austausch aller Beteiligten gemeinsame Standards zu formulieren.

Erst dadurch ist die Voraussetzung für eine sinnvolle Verwendung kommunaler Ressourcen und die systematische Förderung der Zusammenarbeit zwischen dem kommunalen Schulsystem und der Wirtschaft gegeben. Dieser kommunale Ansatz ist sinnvoll, aber der Projektverlauf zeigt, dass aufgrund der Einzugsgebiete der ausbildenden Unternehmen, aber auch der Berufsschulen, der Zuständigkeitsbereiche der Agentur für Arbeit und der Kammern sowie der Ausbildungswünsche der Schüler/innen eine Stadt oder ein Landkreis fast schon zu kleinräumig sind, um eine solche Koordinierungsaufgabe zu leisten. Dazu am Ende noch ein Satz, aber dieses Thema ist nicht Gegenstand dieses Artikels.

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Die Veränderung des Schulsystems in Richtung Zweigliederigkeit, die gegenwärtig allein schon durch den Rückgang der Schülerzahlen und seine Auswirkungen auf die Schulentwicklungsplanung beschleunigt wird, macht das kommunale Engagement um so dringlicher. Die Möglichkeiten der Zusammenlegung von Haupt- und Realschulen und der Gestaltung einer größeren Durchlässigkeit zwischen unterschiedlichen Schulformen, so dass perspektivisch auch bisherige Hauptschulabsolventen leichter die Hochschulzugangsberechtigung erlangen können, eröffnen Chancen, die die bisherige Praxis der Abschulung durch eine bewusste Schullaufbahnentscheidung ersetzen können, die dann ein wichtiger Teil des Berufswahlprozesses wird. Schon allein deshalb ist die Einbeziehung der Gymnasien in die gemeinsame Arbeit wichtig, ganz unabhängig von der entscheidenden Tatsache, dass auch die Schüler/innen des Gymnasiums auf der Grundlage ihrer Fähigkeiten und Neigungen durch frühzeitige Studien- und Berufsorientierung auf das Leben vorbereitet werden wollen.

Die Wirtschaft: Windhundrennen oder konzertiertes Vorgehen

Die Tatsache, dass sich der Ausbildungsmarkt aufgrund des demografischen Wandels von einem Anbieter- zu einem Nachfragermarkt wandelt, dass es also nicht zu viele Bewerber/innen gibt, von denen viele in Warteschleifen geparkt werden, sondern Auszubildende und mehr noch ausgebildete Fachkräfte fehlen, ändert an zwei Tatbeständen wenig: dass Jugendliche sich nur schwer orientieren können (Berufswahlreife) und dass sie nicht den Anforderungen der Betriebe und Hochschulen genügen, wenn sie die Schule verlassen (Ausbildungs- bzw. Studienreife). Allein die Verbesserung der Marktchancen kann Schüler/innen in der Schule zu besseren Leistungen motivieren. Das Problem, das sich durch die Vielzahl der Laufbahnoptionen, die ständige Veränderung des Arbeitsmarktes und weithin unbekannten oder fehl gedeuteten Anforderungen der Arbeitswelt stellt, wird dadurch aber nicht gelöst.

Unternehmen engagieren sich im Feld Berufsorientierung hauptsächlich in zwei Feldern: sie stellen Praktikumsplätze zur Verfügung, um einen praktischen Einblick in die heutige Arbeitswelt zu ermöglichen, und sie regen Kooperationsprojekte mit Schulen an, um Nachwuchs zu rekrutieren. Wird diese Strategie einfach weiterverfolgt, werden zukünftig immer mehr Betriebe, und zwar nicht nur aus dem gewerblich-technischen Bereich, um immer weniger geeignete Bewerber/innen konkurrieren, damit aber das Problem mangelnder Basiskompetenzen und der wachsenden Unübersichtlichkeit eher noch verstärken.

Auch die Unternehmen entlastet es, den Ansatz bei den Neigungen und Interessen der Schüler/innen zu suchen und Schulen dabei zu unterstützen, diese über einen längeren Zeitraum zu begleiten, indem sie in den unterschiedlichen Phasen des Berufswahlprozesses Praxiserfahrungen ermöglichen, Anforderungen benennen und ihre Angebote bekannt machen.

Vor diesem Hintergrund wird das Projekt BONA SZ, das im Folgenden dargestellt wird, vom niedersächsischen Kultusministerium und von der Agentur für Arbeit als modellhaft und beispielgebend beurteilt.

BONA SZ: Das Projekt

BONA SZ ist in Bezug auf Salzgitter flächendeckend, beteiligungsorientiert, curricular und preiswert.

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Flächendeckend bedeutet, alle 14 allgemeinbildenden Schulen Salzgitters haben sich beteiligt, die Stadt, die fünf größten Unternehmen – mittlerweile aber auch das mittelständische produzierende Gewerbe und das Handwerk – die zuständige Agentur für Arbeit sowie die Regionalentwicklungsgesellschaft der Region, selbst ein Private-Public-Partnership. Beteiligungsorientiert heißt, Projektstruktur und Arbeitsprogramm wurden und werden von Vertreter/innen aus Wirtschaft, Lehrer-, Schüler- und Elternschaft, aus Verwaltung und Regionalentwicklung gemeinsam gestaltet, evaluiert und weiterentwickelt. Alle Partner beteiligen sich auch an der Umsetzung. Curricular bedeutet, dass sich die Partner auf eine Abfolge von vier Modulen verständigt haben, die inhaltlich aufeinander aufbauen. Es handelt sich um ein Berufsorientierungsprogramm mit naturwissenschaftlich-technischem Schwerpunkt. Erleben die Schüler/innen zu Beginn des BONA- Prozesses, dass Naturwissenschaft und Technik Spaß machen, steht am Ende für die Interessierten die Vertrautheit mit konkreten gewerblich-technischen Ausbildungsberufsbildern oder natur- und ingenieurswissenschaftlichen Studiengängen sowie mit Unternehmen, die eine entsprechende berufliche Perspektive eröffnen. BONA ist preiswert. Im Verlauf der vier Module, also von zwei Jahren, investieren die Mittelgeber pro Schüler/in rd. 350,- Euro. Nicht mitgerechnet sind Opportunitätskosten der Unternehmen, v. a. an den Techniktagen und beim Marktplatz der Möglichkeiten, wenn sie Personal und Betriebsstätten zur Verfügung stellen.

BONA ist vor zwei Jahren an den Start gegangen, angestoßen von der Salzgitter AG und der Stadt Salzgitter- beide Gesellschafter der projekt REGION BRAUNSCHWEIG GMBH, dem Regionalentwickler, der das Gros der Mittel zum BONA- Prozess beisteuert. Aktuell werden die Module 2 und 4 umgesetzt, die Module 1 und 3 evaluiert.

Die Sinnhaftigkeit BONA SZ aufzusetzen ergibt sich aus drei Faktoren. Erstens der überragenden Bedeutung des produzierenden Gewerbes für den Standort Salzgitter. Der Anteil an der Bruttowertschöpfung beträgt um 45%. Für Niedersachsen liegt der Anteil bei gut 30%. Hinzu kommt zweitens ein technikaverses Berufswahl- und Studienverhalten – auch – der Salzgitteraner Jugendlichen. Bei den Schüler/innenn, die zuletzt die Schule in Richtung Ausbildungsmarkt verlassen haben, schafft es nur der Industriemechaniker in die TOP 10 der Wunschberufe. Schließlich drittens, mit Blick auf die Zukunft: Salzgitter schrumpft. Gegenüber 2004 reduzieren sich Bürgerinnen und Bürger Salzgitters unter 18 Jahren um 27% auf unter 15.000 und der Anteil der 18- bis 45jährigen um knapp 25%.

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Aufgrund seines flächendeckenden Ansatzes leistet BONA SZ einen Beitrag, zur Verwirklichung des Leitbildes, Kinder zu fördern und Familien zu unterstützen, mit dem sich die Stadt Salzgitter regional und überregional profiliert. Selbst eine systematische Bestenauslese stellte kein geeignetes Instrument dar, um auch nur einer der drei Herausforderungen zu begegnen.

Projektorganisation

BONA- Stakeholder sind die Wirtschaft, allen voran die Großen Fünf, die Stadt Salzgitter, die Schulen, die pRBS GMBH und die Arbeitsagentur Braunschweig. Neben einem Lenkungskreis, in dem die Mittelgeber vertreten sind, haben sich die Beteiligten auf die Einrichtung der vier Modularbeitsgruppen „Interesse wecken“, „Berufsorientierung ermöglichen“, „Entscheidungshilfe geben“ und „Interesse erhalten“ verständigt. Die Arbeitsgruppen entwickeln das jeweilige Modulprogramm und evaluieren die Umsetzung. Das Evaluationsergebnis fließt in die nächste Umsetzungsrunde ein.

Aus der Beteiligungsorientierung folgt auch: BONA ist nur das, was alle zusammen machen.

BONA startet momentan im 2. Schulhalbjahr, an den Hauptschulen in Klasse 7, an den Realschulen und Gymnasien in Klasse 8.

Um die Medienkompetenz der Jugendlichen zu fördern, wurde gleich zu Beginn unter www.bona-sz.de ein Onlineangebot eingerichtet, dass die BONA- Arbeitsmaterialien als Download bereit hält, die Jugendlichen aber auch einlädt, sich interaktiv mit ihrer Berufswahl auseinanderzusetzen.

Modul 1 “Interesse wecken“- Wofür interessiere ich mich?

Eines dieser interaktiven Elemente steht gleich am Anfang des BONA- Prozesses: die Selbsterkundung, die mindestens aus der Erkundung eigener Interessen, Neigungen und Tätigkeiten, der Selbst- und Fremdeinschätzung aus dem Berufswahlpass (BWP) und einem ersten Berufsinteressentest besteht. Das Common Minimum ist nach Auskunft der BONA- Schulen in zwei bis drei Unterrichtsstunden abzuarbeiten. Eine gründlichere Auswertung erhöht den Zeitaufwand, aber auch den Effekt. Durchführung und Auswertung an einer Schule können auf mehrere Fächer verteilt werden. Die Selbsterkundung sollte zum ersten Mal in der Klasse 7 der Haupt- und Realschulen sowie in der Klasse 8 der Gymnasien durchgeführt werden. Die wiederholte Selbsterkundung ist ein effizientes Instrument, Entwicklungsprozesse der Schüler/innen deutlich zu machen.

Aus zahlreichen Gesprächen mit Schüler/innen, z.B. auf der IdeenExpo 2009, dem Braunschweiger TU-Day 2010 oder dem 13. Bundesjugendcamp des THW in Wolfsburg (2010), weiß das BONA- Team, dass selbst Schüler/innen der Vorabgangs- und Abgangsklassen aller Schulformen sich nicht über ihre Interessen und Neigungen im Klaren sind. Nicht umsonst steht die Selbsterkundung am Anfang des BONA- Prozesses. Sie ist gegenüber dem naturwissenschaftlich-technischem Schwerpunkt neutral.

Die Verfügbarkeit im Netz, auch von Zusatzangeboten, regt die Jugendlichen dazu an, außerhalb der Schule ihre Fähigkeiten und Neigungen zu erkunden. Das macht nämlich Spaß!

Gleiches gilt für die 22 Experimente der BONA- Experimentierkiste, die mit Hilfe von Centartikeln grundlegende physikalisch-technische Phänomene verdeutlichen. Rd. 50 Kisten wurden gepackt und ausgeliefert. Jede Schule widmet der Kiste einen Projekttag. Die Anleitungen und Erklärungen stehen unter www.bona-sz.de als Download zur Verfügung, die Experimente werden von Jugendlichen und Eltern mittlerweile gelegentlich zur Gestaltung von Geburtstagsfeiern eingesetzt. Jugendliche reisen an einem Samstag von Salzgitter zum Braunschweiger TU Day, um Experimente aus der Kiste vorzuführen.

Dass der Alltag mit Phänomen der Experimentierkiste durchwirkt ist, wird für die Jugendlichen schließlich an den Techniktagen deutlich. Die rd. 1.150 Schüler/innen schwärmen an zwei Tagen zu je 50 vorwiegend betrieblichen Lernorten aus, um Phänomene in der betrieblichen Anwendung wiederzuentdecken- z.B. das Heben tonnenschwerer Stahlcoils nach dem Prinzip des Flaschenzugs bei der Salzgitter AG, das Prinzip des Verbrennungsmotors bei der Volkswagen AG, eine Form der Wärmeleitung, das Laserschneiden bei der MAN Nutzfahrzeuge AG oder das Prinzip der Dampfturbine im Kraftwerk des Stahlwerks.

Modul 2 „Berufsorientierung ermöglichen“- Was bringe ich mit?

Nachdem das Interesse hoffentlich geweckt ist, hilft Modul 2 den Jugendlichen jetzt dabei festzustellen, ob ihre Neigungen mit ihren Fähigkeiten übereinstimmen. Die rd. 1.150 Schüler/innen des 1. BONA SZ- Jahrgangs haben zwischen den Sommer- und Herbstferien 2009 an der KOFE teilgenommen; der 2. BONA SZ- Jahrgang ein Jahr später.

Die Kompetenzfeststellung (KOFE) dient der beruflichen Orientierung, der Feststellung und der Weiterentwicklung von Schlüsselqualifikationen und sozialen Kompetenzen der Schüler/innen. Das BONA- Verfahren ist eine viertägige Mischung aus Übungen und Tests mit Gruppen mit maximal 14 Schüler/innen, die anhand standardisierter Kriterien die Beobachtung sozialer Kompetenzen und handwerklicher Geschicklichkeit erlaubt. Beobachtet wird auch die Eignung für die Berufsbereiche „Gesundheit/ Soziales“ sowie „Handel/ Büro/ Verwaltung“. Je zwei Teamer/innen beobachten eine Gruppe. Am fünften Tag schließt sich ein Auswertungsgespräch sowie ein Gesprächsangebot der Berufsberatung der Agentur für Arbeit an. Die KOFE sollte von Externen durchgeführt werden. Lehrer/innen gewinnen durch das KOFE- Ergebnis einen neuen Blick auf ihre Schüler/innen. Computerprogramme, deren Ergebnis wesentlich auf der Selbsteinschätzung der Schüler/innen beruht, können diese Qualität nicht erreichen. Solche Analysen gehören nach BONA- Verständnis in den Bereich Selbsterkundung oder der Berufswahltests. Sowohl das angebotene Auswertungs- als auch das Beratungsgespräch sind geeignet, bildungsfernere Elternhäuser in den Berufsorientierungsprozess ihrer Kinder zu integrieren. Die Werte für die Elternbeteiligung liegen für die komplementären Angebote an Hauptschulen bei rd. 60% bzw. 50%, an Realschulen mit rd. 87% bzw. 77% und Gymnasien mit 65% bzw. 62% noch deutlich darüber. Sowohl das angebotene Auswertungs- als auch das Beratungsgespräch sind damit geeignet, bildungsfernere Elternhäuser in den Berufsorientierungsprozess ihrer Kinder einzubeziehen.

Insbesondere die Vertreter der Wirtschaft haben darauf hingewirkt, dass die Auswertung, die Kompetenzbilanz, gut strukturiert in einfachen Sätzen über die Fähigkeiten der Schüler/innen Auskunft gibt. So gleicht eine gute Kompetenzbilanz – insbesondere im Mittelstand – gelegentlich eine schlechte Schulnote aus.

Die Projektworkshops machen aber immer wieder unterschiedliche Interessenlagen zwischen Schule, Arbeitsagentur und Unternehmen im Hinblick auf die Funktion der KOFE sichtbar. Die Schulen betrachten die KOFE als Ausgangspunkt für dialogischen, reflexiven Entwicklungsprozess zwischen Schüler/innen, Lehrer/innen, Berufsberatung, Eltern und Unternehmensvertreter/innen. Die KOFE ist eine Momentaufnahme, die entweder die Eignung für einen bestimmten, gewünschten Berufsbereich anzeigt oder die Grundlage eines Entwicklungsprozesses auf den gewünschten Berufsbereich hin bildet. Hinzu kommt, die Realschüler/innen wählen in Niedersachsen künftig nach Klasse 8 ein Profil für zwei Jahre– Fremdsprachen, Wirtschaft, Technik oder Gesundheit, dass sie nicht mehr wechseln können. Die Arbeitsagentur möchte die KOFE- Ergebnisse direkt in ein Bewerber/innenprofil überführen, das unmittelbar für den Bewerbungsprozess nutzbar ist. In Haupt- und Realschulen soll die KOFE erst in Klasse 9 stattfinden, in den Gymnasien in Klasse 11. Letzteres birgt vor dem Hintergrund der Niedersächsischen Erlasslage die Gefahr, dass Schüler/innen, die das Gymnasium nach Klasse 10 verlassen, beruflich unorientiert auf den Ausbildungsmarkt treten. Die Betriebe wünschen sich die KOFE- Ergebnisse ebenfalls kurz vor dem Start des Bewerbungsverfahrens, um Hinweise für Passgenauigkeit der Bewerber/innen ableiten zu können. Eine zu starke Fokussierung der KOFE auf den Match, die Vernachlässigung einer systematischen Begeleitung von Entwicklungsprozessen, konterkariert aber sowohl den Gedanken der Breitenförderung als auch den der Bestenauslese.

An die KOFE schließt sich der Besuch des Berufsinformationszentrums der Agentur für Arbeit Braunschweig an. Dafür werden zuvor Arbeitsaufträge erteilt, die mindestens die Erkundung eines Berufes oder Berufsfeldes umfassen. Die Ergebnisse des BIZ- Besuchs werden im Unterricht präsentiert. Die Präsentation geht in den Berufswahlpass ein. Einzelne Schulen führen die Onlinerecherche vor Ort in der Schule durch, unterstützt von der Berufsberatung. Diese Aktivität dient der Vorbereitung der Schüler/innen auf den Marktplatz der Möglichkeiten.

Der Marktplatz der Möglichkeiten (MdM) findet einmal jährlich, roulierend auf einem Werksgelände der Salzgitteraner BIG FIVE statt. Den Anfang machte der Volkswagen Standort Salzgitter im März 2010. Der MdM umfasst gemeinsame Demonstrationen und Stände der Fünf zu drei Gruppen von Ausbildungsberufsbildern – Elektro, Mechanik und Mechatronik – sowie einen Stand zum Studium im Praxisverbund. Nach den Demonstrationen erhielten die Schüler/innen vertiefende Informationen zu von ihnen bevorzugten Ausbildungsberufen an den Infoständen der Unternehmen. Zum 1. MdM hatten sich rd. 50% des BONA- Jahrgangs angemeldet, d.h. rd. 50% der Schüler/innen Salzgitters sehen für sich zum Ende von Modul 2 prinzipiell eine Perspektive im gewerblich-technischen Bereich- ein BONA- Frühindikator, der optimistisch stimmt. Der 2. MdM findet im März 2011 auf dem Gelände der Salzgitter AG statt.

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Modul 3 „Entscheidungshilfe geben“- Was passt zu mir?

Kernelement von Modul 3 ist die Einführung und allmähliche Diffusion von Standards für Schülerpraktika- unabhängig von der Branche. Die Beteiligten entwickelten dazu zwei Formen des Praktikums. Das Kennenlernen eines Betriebs bzw. betrieblicher Strukturen ist das Hauptziel des 1. Praktikums, „Arbeitswelt-Praktikum“ (AWP) genannt. Das Kennenlernen von Ausbildungsberufsbildern und ggf. die Unterstützung einer Bewerbung sind Ziele des 2. Praktikums- „ProfilPraktikum“ (PP) genannt. Praktikumsbetriebe für das 1. Praktikum müssen nicht Ausbildungsbetriebe sein. Der/ die Unternehmer/in ist bereit, einen Praktikumsplan zu erarbeiten. Er gibt Aufschluss darüber, welche Tätigkeiten der/ die Praktikant/in selbst ausüben darf und welche beobachtet werden. Es geht um das Verstehen betrieblicher Abläufe und Zusammenhänge (Beschaffung, Produktion, Vertrieb; Buchführung, Arbeitsschutz, betriebliche Umgangsformen, …). Es werden Praktikumsmappen geführt. Der Betrieb gibt Hilfestellungen und Erklärungen. Das Praktikum wird in der Schule nachbereitet und präsentiert. Die Durchführungszeitpunkte von AWP und PP variieren nach der Schulform.

Die Verknüpfung von Praktikumsstandards und geänderter Erlasslage unterstützt die Sichtweise der Schulen im Hinblick auf den Durchführungszeitpunkt der KOFE. Die KOFE sollte an Hauptschulen im 1. Halbjahr Klasse 8 durchgeführt werden (BONA- Praxis). Das KOFE- Ergebnis gibt Hilfestellung bei der Wahl eines geeigneten Praktikumsplatzes. Nach KOFE und ein- oder zweiwöchigem AWP könnte in Klasse 9 – vor dem zwei- bis dreiwöchigen PP – ein Berufswahltest erfolgen, der auf konkrete Ausbildungsberufsbilder hinführt und von der Berufsberatung für die Erstellung eines Bewerber/innenprofils genutzt werden kann. Aufgrund der neuen Erlasslage sollte die KOFE in den Realschulen ebenfalls im 1. Halbjahr Klasse 8 durchgeführt werden (BONA bisher: 9/ 1), um die Profilbildung zu unterstützen. Nach KOFE und dreiwöchigem AWP kann auch an Realschulen in Klasse 9 ein Berufswahltest erfolgen, der auf konkrete Ausbildungsberufsbilder hinführt. Die Einführung eines zweiten, zweiwöchigen Praktikums als PP im 1. Schulhalbjahr der 10. Klassen wird in der Folge empfohlen. In den Gymnasien sollte die KOFE wie bisher in Klasse 9 stattfinden und darauf aufbauend ein PP. Es bereitet, entweder die Qualifikationsphase vor oder unterstützt Schüler/innen bei der Berufswahl. Die Gymnasien führen das Schülerbetriebspraktikum als AWP am Ende des 1. und zu Beginn des 2. Schulhalbjahres der Klasse 10 durch. Ein Berufswahltest könnte ggf. in Klasse 11 durchgeführt werden.

Zum Ende des 1. BONA- Durchlauf bzw. zur Halbzeit der 2. Runde lässt sich feststellen, dass AWP und PP konzeptionell in den Gremien der Haupt- und Realschulen angekommen sind; von den drei Gymnasien kann sich bisher eines mit der Idee eines Praktikums schon in Klasse 9 anfreunden. Hier wird die Funktion des Praktikums als Entscheidungshilfe anerkannt. Parallel wird der Aufbau einer Praktikumsdatenbank für Salzgitter diskutiert, die die Bewerbung um sowie das Anbieten und die Vergabe von Praktikumsplätzen online ermöglicht. Schüler/innen, Lehrer/innen sowie Unternehmensvertreter/innen erhalten Zugriffsrechte und Pflegepflichten. Ein Vorbild ist die Praktikumsdatenbank des Wolfsburger SchülerProfilCardSystems; ein regionaler Softwarestandard wird angestrebt.

Parallel zum Modulprogramm bietet das BONA- Team mit Kooperationspartnern, wie der der SZST GmbH oder Technischen Universität Braunschweig anerkannte Lehrerfortbildungen zum Thema Technikdidaktik und zur Arbeit mit Berufswahlpass an. Der Mangel an Fachlehrer/innen im MINT-Bereich, die Notwendigkeit, das Experimentieren zu intensivieren und die Inhalte des Unterrichts an den Phänomenen des betrieblichen wie außerbetrieblichen Alltags zu orientieren, erfordern eine systematische Lehrerfortbildung in diesem Bereich. Die Erfahrungen in BONA zu den Themen „Technikdidaktik“ und „Berufswahlpass“ (stellvertretend für Instrumente der Kompetenzbilanzierung) zeigen, dass ein solches Angebot, dass von der Landesschulbehörde als Weiterbildung anerkannt wird, bei den Lehrkräften auf Resonanz stößt. Beide Workshopreihen erhöhen die Qualität des Berufsorientierungsprozesses für alle Schüler/innen. Die Stadt Salzgitter hat diesen Prozess hier besonders unterstützt, indem sie die Erstausstattung der Schulen mit Berufswahlpässen im Schuljahr 2009/10 flächendeckend finanziert hat.

Modul 4 „Interesse erhalten“- Wie komme ich an den Job?

Während Modul 4 absolvieren die Jugendlichen von Haupt- und Realschulen das ProfilPraktikum. Daneben steht die Auswertung des Berufswahlpasses im Hinblick auf eine konkrete Berufs- oder Kurswahlentscheidung im Vordergrund der schulischen BONA- Aktivitäten.

Hinzu kommt eine Unterrichtseinheit, die auf gängige Einstellungstests vorbereitet. Ausbildungsverantwortliche berichteten im Zuge des BONA- Prozesses immer wieder, dass die Jugendlichen mathematisches, physikalisches oder allgemeinbildendes Grundlagenwissen nicht auf den Punkt präsent hätten. Grundlage der ein- bis zweistündigen Unterrichtseinheit, die darüber hinaus hilft, räumliches Vorstellungsvermögen und logische Fähigkeiten selbst einzuschätzen und zu trainieren, sind die „Orientierungshilfen für Auswahltests“ der Bundesagentur für Arbeit. Sie zeigen auch, wie Testsituationen simuliert werden können. Die Unterlage steht online zur Verfügung; ihre Machart als „Trivual Persuit“ regt die Jugendlichen zusätzlich an, sich auch außerhalb der Schulzeit auf Einstellungstests vorzubereiten.

Den BONA- Abschluss bildet ein Bewerbungstraining, das bestimmte Mindeststandards erfüllt. Basis war wieder einmal eine Fragebogenaktion unter den Beteiligten, die zeigte, die guten Ideen steckten bereits im System; sie mussten nur zusammengeführt und für die Fläche festgeschrieben werden. Die Beteiligten haben sich darauf verständigt, die Bewerbung soll neben Ausbildungsberufsbild und Branche auch die Betriebsgröße und den Fertigungstyp berücksichtigen. Wichtig ist auch, ob es sich um eine Onlinebewerbung handelt oder nicht.

Insgesamt sind die Aktivitäten von Modul 4 zeitlich so auf die Bewerbungsfristen abgestimmt, dass die Ergebnisse unmittelbar genutzt werden können.

BONA SZ endet nach dem 1. Schulhalbjahr der Klasse 9 bzw. 10, bevor an Haupt- und Realschulen das Prüfungshalbjahr beginnt und Gymnasiast/innen ihre Kurswahlentscheidungen treffen.

In das Prüfungshalbjahr fällt die Umsetzung des Projekts „Physik für helle Köpfe“, das ebenfalls in Modul 4 vorbereitet wird. Im Kern geht es darum, dass  Schüler/innen des BONA- Jahrgangs Grundschülerinnen und -schülern bei der Durchführung von Kleingruppenexperimente betreuen. Die Umsetzung wird in Kooperation mit der Landesschulbehörde, der Stiftung NiedersachsenMetall und der PRBS GMBH gestartet. Das Konzept wird bisher mit Gymnasiasten und Gesamtschülern umgesetzt; in Salzgitter steht es allen Schulformen offen. Es wird gerade von den Hauptschulen gut angenommen.

Die Jugendlichen lernen, andere zu einem Thema anzuleiten, ohne deren Kreativität einzuschränken. Es geht für die Schüler/innen darum, ein Gespür für die Balance zwischen Anregung und Freiheit zu entwickeln, um das Einüben von Regeln, die einzuhalten sind, um andere nicht zu blockieren. Der positive Effekt auf das Führen von Einstellungsgesprächen liegt auf der Hand. Zudem soll die Umsetzung das Interesse an Naturwissenschaft und Technik nach Projektschluss  aufrechterhalten.

Der 1. BONA- Jahrgang verlässt so mit Ende des Schuljahres 2010/11 die Schule bzw. trifft seine Kurswahlentscheidungen. BONA ist ein Erfolg, wenn es seine Spuren in der Schulabgängerbefragung hinterlässt, sich mehr Schüler/innen eine Ausbildung im gewerblich-technischen Bereich vorstellen können.

BONA SZ ist schon jetzt ein Erfolg, da sich Schüler/innen, Lehrerkollegien, Personalverantwortliche, Berufsberaterinnen und Berufsberater sowie Fachleute der Stadt Salzgitter und Regionalentwickler systematisch mit dem Thema Berufsorientierung beschäftigen, ausgerichtet an den Beschäftigungs- und Lebenschancen, die die Stadt Salzgitter bietet. BONA ist flächendeckend, beteiligungsorientiert, curricular und preiswert.

Transfer

Dieser diskursive Ansatz hat Strahlkraft. Der Transfer hat bereits begonnen.

BONA heißt in Stadt und Landkreis Wolfenbüttel „Kompetenz und Praxis Wolfenbüttel“, kurz: KoPra WF und ist Teil des „Regionalen Übergangsmanagements Schule – Beruf“, angeschoben und finanziert von Landkreis und Stadt Wolfenbüttel, der Agentur für Arbeit Braunschweig und uns, der PRBS GMBH. KoPra funktioniert nach denselben Organisationsprinzipien wie BONA, ist beteiligungsorientiert, curricular und preiswert. Nur die Wolfenbüttler Gymnasien sind noch nicht dabei.

Im abgelaufenen Schulhalbjahr haben wir so für rd. 240 Schüler/innen an drei Wolfenbütteler Pilotschulen u. a. die KOFE organisiert, die wir aus Salzgitter mitgebracht hatten- und die nach Diskussion übernommen wurde. Genau genommen führte die Diskussion zu einer kleinen Modifikation, die wiederum von den BONA- Partnern für die nächste KOFE- Runde übernommen wurde. So funktioniert regionale Zusammenarbeit!

Die Wolfenbüttler wollten nach der Pilotphase weitermachen. So hat nach den Sommerferien für alle 8. Klassen der 14 Haupt- und Realschulzweige in Stadt und Landkreis Wolfenbüttel die KoPra- Durchführungsphase begonnen; rd. 750 Schüler/innen machen mit, die KOFE ist abgeschlossen.

Aber das ist eine eigene Geschichte, auch eher breit als spitz!