Das Porträt: Mit 25 Jahren Ausbilder

KonitzMarcel Konitz wurde bereits mit 25 Jahren Ausbilder für IT-Systemelektroniker bei VW Nutzfahrzeuge in Hannover. Nicht Druck, sondern Motivation ist das Geheimnis für seine erfolgreiche Arbeit als Ausbilder und Prüfer. Die Metall-Zeitung zeichnet ein Porträt des jungen Ausbilders.

Er hat VW im Blut: Schon Marcels Vater war bei VW Nutzfahrzeuge und führt nun ein VW-Autohaus, der Bruder hat bei VW seine Ausbildung absolviert und arbeitet nun für die VW-Bank. Trotzdem ist Marcels Werdegang etwas Besonderes: Mit 25 Jahren wurde er Ausbilder in seinem ehemaligen Ausbildungsbetrieb, nur drei Jahre nach dem Ende seiner Ausbildung.

Als Marcel Konitz 2001 die Ausbildung zum Fachinformatiker begonnen hat, betrat er bei VW Hannover Neuland, denn diese  Ausbildung gibt es dort erst seit 2001. Nach seiner Ausbildung 2004 kam er in die Produktion. »Ich finde es gut,wenn jeder mal in die Produktion kommt,um zu wissen,wo das Geld verdient wird«, erinnert er sich. Marcel wollte jedoch mehr, bildete sich auf eigene Kosten in IT- und Projektmanagementkursen der IHK weiter.»Wer in der IT ein halbes Jahr draußen ist, verliert den Anschluss.«

Der Ausbilder. Als 2007 ein neuer Ausbilder gesucht wurde, bewarb er sich erfolgreich. »Ich hatte nach meiner eigenen Prüfung im Scherz zu meinem Ausbilder gesagt, dass mich die Tätigkeit eines Ausbilders sehr reizen würde, und nun bin ich selbst einer, ein tolles Gefühl«, lächelt er.

Im Rahmen ihrer Ausbildung organisieren Marcels Azubis unter anderem eigenverantwortlich ein Internet-Bistro. Es soll allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, vor allem den gewerblichen, den Zugang zum Intra- und Internet ermöglichen.

Der Prüfer. Marcel ist zudem Mitglied im Prüfungsausschuss. Dort nimmt er Prüfungen ab, bewertet theoretische und praktische Prüfungsleistungen. Dadurch kann er neue Trends in der Ausbildung früh erkennen und einfließen lassen. »Man bleibt auf dem aktuellen Stand, kann sich fachlich was rausziehen«, stellt er fest.

Im Prüfungsausschuss ist der Altersunterschied deutlicher zu spüren. Marcel prüft als Jüngster anders als die teilweise doppelt so alten Prüfer. »Ich kann mich einfacher in Azubis reinversetzen und deshalb frage ich zwar anders, prüfe aber genauso anspruchsvoll.«

Der Motivator. Zu Beginn jedes Ausbildungsjahrgangs zeigt er den Azubis Bilder von Auslandseinsätzen, beispielsweise in Portugal. Da nur bei guten Leistungen ein Auslandseinsatz als »Belohnung« winkt, sollen die Azubis damit motiviert werden, immer ihr Bestes zu geben.

Durch einen guten Kontakt zur Berufsschule und regelmäßige Gespräche mit den Azubis kann er Bei Problemen rechtzeitig korrigierend eingreifen. Bei Leistungsschwierigkeiten weist er auf die ausbildungsbegleitenden Hilfen hin und versucht, die Probleme gemeinsam mit den Azubis zu lösen.

Marcels Ziel ist es, Azubis so zu fördern, dass sie ihre bestmögliche Leistung erbringen. Bislang ist ihm das mehr als gelungen: Alle seine Azubis haben ihre Prüfungen erfolgreich bestanden.