Buchhinweis:

Christoph Butterwegge: "Die zerrissene Republik"

Wirtschaftliche, soziale und politische Ungleichheit in Deutschland, Weinheim, Basel 2019 | Preis: 24,95 €

Von: Dr. Bernd Kaßebaum (Ehemaliger Gewerkschaftssekretär )

Dr. Bernd Kaßebaum

Ehemaliger Gewerkschaftssekretär

Bernd Kaßebaum war bis Ende 2016 Gewerkschaftssekretär beim IG Metall Vorstand im Ressort Bildungs- und Qualifizierungspolitik. Seine Arbeitsfelder umfassten Themenstellungen aus Schule und Arbeitswelt; Hochschulpolitik und Bildungsforschung. Veröffentlichungen u.a. zum Thema Beruflichkeit, Durchlässigkeit und Hochschulreform. Jetzt arbeitet er ehrenamtlich. So engagiert er sich im Wissenschaftlichen Beraterkreis von ver.di und IG Metall zu Bildungsfragen und in der Redaktion von DENK-doch-MAL.de


Christoph Butterwegge, bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2016 Professor für Politikwissenschaften in der Universität zu Köln, einer der profiliertesten Armutsforscher und unter vielen Aktivitäten auch Autor von DENK-doch-MAL, hat ein neues Buch über die wirtschaftliche, soziale und politische Ungleichheit in Deutschland geschrieben. Das Thema ist hochaktuell. Seit der Jahrtausendwende nimmt die soziale Ungleichheit in dieser Gesellschaft zu. Ausgrenzung, Prekarisierung, weit verbreitete Armut auf der einen Seite – zunehmender ein in immer kleineren gesellschaftlichen Gruppen konzentrierter Reichtum auf der anderen Seite – der gesellschaftliche Zusammenhalt zerbröselt immer mehr.

Das neue Buch ist wichtig, weil es diese Entwicklungen mit neuen und aktuellen Zahlen unterlegt. Es ist aber auch quasi ein Handbuch, um die wissenschaftliche und politische Auseinandersetzung um die Deutungen von Armut und sozialer Ungleichheit zu verstehen. So werden die klassischen Theorien sozialer Ungleichheit erläutert, historische und aktuelle Untersuchungen von Schelsky bis Reckwitz dargestellt. Erscheinungsformen der sozialen Ungleichheit bis hin zur „Produktion und Reproduktion“ sozialer Ungleichheit durch das Bildungssystem diskutiert. Am Ende spitzt er die Befunde in den Konturen und Perspektiven einer „zerrissenen Republik“ zu. Aber auch mögliche Perspektiven einer an Alternativen orientierten Politik werden angesprochen. Hier ragen die Weiterentwicklung des Mindestlohns zu einem „Lebenslohn“, die solidarische Bürgerversicherung und neue Initiativen der Umverteilung „von oben nach unten“ heraus.

In der „Gegenblende“, dem Online-Magazin des DGB, hat Christoph Butterwegge ein paar dieser Gedanken zusammen gefasst (vgl. https://gegenblende.dgb.de/artikel/++co++1ec5a470-0ab1-11ea-9c03-52540088cada ).