Prof. Dr. Fritz Böhle

Professor an der Universität Augsburg

Seit 1. Juni 1999 ist Prof. Dr. Fritz Böhle Inhaber des Extraordinariats für Sozioökonomie der Arbeits- und Berufswelt an der WiWi-Fakultät der Universität Augsburg, das er bereits seit dem Wintersemester 1998/99 vertreten hat. Prof. Böhle wurde 1945 in Oberstdorf geboren. Er studierte Soziologie in Verbindung mit Volkswirtschaft und Psychologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Nach dem Diplom 1972 promovierte er 1975 an der Universität Bremen (Dr. rer. pol.), an der er u.a. auch als Gastforscher tätig war, und habilitierte 1990 an der Universität Bielefeld. Bereits während des Studiums begann er mit Forschungsarbeiten am Institut für Sozialwissenschaftliche Forschung e.V. München (ISF). Von 1982 bis 1997 war er stellvertretender Vorsitzender und seit Juni 1997 ist er erster Vorsitzender des Vorstands des ISF e.V. München. 1978 unterbrach er seine Arbeit am ISF durch einen Forschungsaufenthalt in Großbritannien mit Unterstützung der Deutsch-Britischen Stiftung für das Studium der Industriegesellschaft.
Die inhaltlichen Schwerpunkte der Forschungsarbeiten von Prof. Böhle, die in zahlreichen Buchveröffentlichungen und Artikeln in Fachzeitschriften und praxisnahen Publikationen ihren Niederschlag gefunden haben, liegen auf Entwicklungen von Arbeit im Bereich industrieller Produktion und Dienstleistungen (Arbeitsorganisation und Technisierung), der Veränderung von Qualifikationsanforderungen, Belastungen und sozialen Risiken im Arbeitsbereich, den Auswirkungen der Informatisierung sowie Zusammenhängen zwischen Entwicklungen im Arbeits- und Beschäftigungssystem einerseits und neuen Anforderungen an die Arbeitsmarkt-, Sozial- und Bildungspolitik andererseits.
Seit Mitte der 80er Jahre liegt ein Schwerpunkt der Arbeiten auf Untersuchungen zur Rolle sinnlicher Erfahrung und des Erfahrungswissens angesichts fortschreitender Technisierung und Informatisierung von Arbeit. Damit verbindet sich eine kritische Auseinandersetzung mit der fortschreitenden „Verwissenschaftlichung von Arbeit“ sowie dem Verständnis von Arbeit in modernen Gesellschaften. Hieraus ergaben sich u.a. auch neue Anstöße für interdisziplinäre, praxis- und umsetzungsorientierte Forschungs- und Entwicklungsvorhaben im Bereich der Technikentwicklung, der beruflichen Bildung, der betrieblichen Gesundheitsförderung sowie betrieblicher Organisationsentwicklung.