Dr. Lale Akgün

Mitglied des deutschen Bundestags (MdB), Köln

Dr. Lale Akgün – 1953 wurde sie in Istanbul geboren. Die Grundschule hat sie bis zum 3. Schuljahr in Istanbul besucht.1962 ist sie mit 9 Jahren nach Deutschland gekommen; seitdem lebt sie ununterbrochen in Deutschland. Nach dem Abitur 1972 hat sie in Marburg/Lahn Medizin und Psychologie studiert.

1981 trat sie direkt nach dem Ende des Studiums in den Dienst der Stadtverwaltung Köln ein. Sie war dort bis 1997 in der Jugendhilfe tätig. In der Zeit von 1992 bis 1997 war sie stellvertretende Leiterin der Familienberatung.Von 1984 bis 1987 promovierte sie parallel zu meiner beruflichen Tätigkeit an der Universität Köln im Fachbereich Psychologie. Sie ist verheiratet und Mutter einer 16-jährigen Tochter.

Von Februar 1997 bis September 2002 leitete sie das dem nordrhein-westfälischen Sozialministerium unterstellte Landeszentrum für Zuwanderung (LzZ). 1981 hat sie die deutsche Staatsangehörigkeit angenommen, nicht zuletzt weil sie aktiv am politischen Geschehen teilhaben wollte. Sie ist seit 1982 in die SPD eingetreten.

Seit März 2001 gehört sie dem Vorstand des SPD-Unterbezirks Köln an. 2002 wurde sie Mitglied des Deutschen Bundestages (direkt gewählt im Kölner Südwesten) 2005 gelang ihr die Wiederwahl als Direktkandidatin in den Deutschen Bundestag und 2007 wurde sie in den erweiterten Vorstand der SPD-Bundestagsfraktion gewählt.

Auch im Deutschen Bundestag geht es ihr um „ein menschliches und aufgeklärtes Miteinander“. Das heißt für sie: „Der Islam in Deutschland braucht endlich ein neues Gesicht: liberal und wirklich tolerant.“ Die Medien förderten jedoch ganz andere, nämlich orthodoxe Moslem-Verbände: zumal den „Zentralrat der Muslime in Deutschland“ und den „Islamrat“ – deren Sprecher tatsächlich schon durch jede Talkshow wanderten. „Dabei vertreten beide Verbände vielleicht 50 000 von drei Millionen Muslimen in Deutschland. Die große Mehrheit dagegen ist liberal, organisationsscheu und daher weder repräsentiert noch sichtbar.“ An Lösungen, um diese Missstände zu beheben, feilt Akgün derzeit. In ein paar Wochen will sie ihr Konzept für den Islam in Deutschland vorstellen. Aber soviel verrät sie schon jetzt: Medien und Politik müssten liberale Muslime protegieren und als Islam-Repräsentanten aufbauen. Szenen wie nach dem 11. September dürften sich nicht mehr wiederholen. Damals fahndete der Kanzler verzweifelt nach einem Moslem, mit dem er vor laufenden Kameras Hände schütteln und den Religionsfrieden bekräftigen konnte. In seiner Not lud Schröder den Vorsitzenden des Zentralrats ein. Doch der ist laut Akgün alles andere als ein liberaler Moslem. Was das eigentlich ist, ein liberaler Moslem, zeigt ihre eigene Praxis: Sie feiert am Ende des Fastenmonats das Fest des Fastenbrechens, obwohl sie gar nicht gefastet hat. Bei Bedarf betet sie im stillen Kämmerlein, aber auf die fünf täglichen Ritualgebete verzichtet sie. Und an Nikolaus kriegt ihre 15-jährige Tochter ein Geschenk in den Schuh, obwohl das ganz sicher kein islamischer Feiertag ist. Akgün pflegt einen bewussten Kultur-Islam.