Beiträge aus der Ausgabe
04-16: Leitbild erweiterte moderne Beruflichkeit: Der Impuls für die Bildungsreform?.

Editorial

Die Debatte um die Weiterentwicklung von Beruflichkeit als handlungsleitendem Prinzip für die Bildungspolitik der IG Metall ist noch längst nicht zu Ende, das meinen Thomas Ressel und Dr. Bernd Kaßebaum. „Erweiterte moderne Beruflichkeit“ ist eine notwendige Dimension bei der Gestaltung digitaler Arbeitswelten und ihr entsprechender Qualifizierungskonzepte. Sie ist Herausforderung für die Gestaltung künftiger Ausbildungsberufe und Studiengangkonzepte und sie hat eine gesellschaftliche Dimension, weil Beruflichkeit sich als Gestaltungsprinzip gegen die Parzellierung und Prekarisierung von Arbeit und Bildung wendet und stattdessen auf gute Arbeit und gute Bildung setzt. […]

Eva Kuda: Das Leitbild erweiterte moderne Beruflichkeit der IG Metall in der Diskussion – was soll und kann es leisten?

Eva KudaIm Beitrag von Eva Kuda wird zunächst die Besonderheit des konzeptionellen Ansatzes des Leitbilds erweiterte moderne Beruflichkeit dargestellt. Es folgt ein zusammenfassender Überblick über Zustimmung, Einwände und wichtige Empfehlungen zur Weiterentwicklung des Leitbildes erweiterte moderne Beruflichkeit. Auf die Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse des von der IG Metall organisierten Diskussionsprozesses schließt sich die Frage nach den Perspektiven der Umsetzung aus gewerkschaftlicher Sicht an. […]

Rita Meyer: Trägt das Leitbild Beruflichkeit für die Gestaltung der Arbeit heute und morgen?

MeyerFür die Gewerkschaften ist das Leitbild moderne erweiterte Beruflichkeit ein politisches Bekenntnis, alles das, was wir an der Organisation im Berufskonzept in der beruflichen Erstausbildung schätzen, zu würdigen, zu erhalten und auszubauen (z.B. u.a. die gesetzliche Regulierung und das Partizipationsprinzip). "Dass die positiven Strukturmerkmale der beruflichen Organisation von Arbeit auch für andere Bereiche unseres Bildungssystems gelten sollen, ist der derzeit allerdings eher noch Programmatik statt Wirklichkeit", resümiert Prof. Dr. Rita Meyer in ihrem Beitrag. […]

Claudia Koring & Thomas Ressel: Beruflichkeit als Kompass für die Gestaltung der digitalen Arbeitswelt

IMG_3005Mit der modernen Beruflichkeit bezieht die IG Metall Studium und wissenschaftliche Weiterbildung in ihr Verständnis von Beruflichkeit ein. Die Ansprüche in den Betrieben an Fachkräften steigen, die betriebliche Personalentwicklung hat bereits reagiert, zunehmend werden duale Studiengänge und Hochschulabsolventen in den Blick genommen. Auch in den Ausbildungsberufen sind wissenschaftsorientierte Anforderungen gestiegen. Mit dem Leitbild der erweiterten modernen Beruflichkeit stellt die IG Metall gemeinsame Prinzipien und Qualitätsmaßstäben sowohl für die betrieblich-duale wie für die hochschulische (Berufs-)Bildung zur Diskussion, diese Veränderungen beschreiben Claudia Koring und Thomas Ressel in ihrem Beitrag. […]

Frank Gerdes & Jörg Ferrando: Kompetenzorientierung bei der Gestaltung dualer Ausbildungsberufe

VWBraun6In den Vorprojekten des BIBB ist es teilweise gut gelungen, Qualifikationen aus den integrativen Standardpositionen in die ganzheitliche Formulierung der Berufsbildpositionen aufzunehmen. Das Vorgehen hat sich aber im weiteren Prozess noch nicht durchgesetzt und ist auch noch ein zu bearbeitendes Thema im zukünftigen Prozess der Weiterentwicklung der kompetenzorientiert formulierten Ausbildungsordnungen. Auch muss das BMBF dafür Sorge tragen, dass bei der anstehenden Novellierung des BBiG der „Kompetenzbegriff“ und der Begriff der „Handlungsfelder“ rechtssicher in das BBiG aufgenommen werden oder so Berücksichtigung finden, dass sie in den Ausbildungsordnungen auch erwähnt werden können, das meinen Frank Gerdes und Jörg Ferrando in ihrem Beitrag. […]

Holger Heinze: Digitalisierung erfordert die Bildungsreformdebatte

heinz„Berufe sind ein Schild gegen Dequalifizierung und Prekarisierung.“ heißt es im Diskussionspapier zur erweiterten modernen Beruflichkeit. Arbeits- und Lernprojekte wie  Brofessio können hier einen wichtigen und notwendigen Beitrag leisten, indem nicht nur direkt benötigte Kompetenzen vermittelt, "sondern auch indem nachhaltig Methoden des Kompetenzerwerbs und der Umgang mit neuen Fragestellungen erlernt werden", schreibt Holger Heinze, Gewerkschaftssekretär bei der IG Metall, in seinem Beitrag. […]

Bernd Kassebaum: Beruflich-fachliche Referenzrahmen: Ein Instrument für Studienreform und Qualitätssicherung?

kassebaumGemessen an den Qualitätsdimensionen der Beruflichkeit, so wie sie das Leitbild der IG Metall beschrieben hat, scheint der Weg noch weit, meint Dr. Bernd Kassebaum in seinem Beitrag. Erkennbar ist aber das Interesse bei wichtigen Organisationen wie 4ING, dem Dachverband der ingenieurwissenschaftlichen Fakultäten, oder bei der Konferenz der Fachbereichstage (KFBT), sich auf einen gemeinsamen Prozess einzulassen und den Dialog zwischen Wissenschaft und Arbeitswelt in Bezug auf die Ausformulierung bzw. Weiterentwicklung der Referenzrahmen zu führen. Die IG Metall hat ihr Interesse bekundet, an diesen Prozessen mitzuwirken. […]

Hans-Jürgen Urban: Perspektiven gewerkschaftlicher Berufsbildungs- und Bildungspolitik

Urban2Es ist an der Zeit, politisch und institutionell Bildungsreform wieder übergreifend zu diskutieren und aus diesem Prozess politische Initiativen für die Gesetzgebung in Bund und Ländern abzuleiten. Institutionell könnte dieser Prozess über eine bei der Bundesregierung angesiedelte Bildungsreformkommission verankert werden. Diese Vorschlag macht Dr. Hans-Jürgen Urban in seinem Beitrag zu den Perspektiven gewerkschaftlicher Berufsbildungs- und Bildungspolitik. […]