Beiträge aus der Ausgabe
02-18: (Berufliches) Lernen in digitalen Zeiten.

Editorial

jaichVielleicht sind es diese fünf Trends, die (Berufliches) Lernen in digitalen Zeiten verändern. Digitale Kompetenzen brauchen Schulung: Verantwortlich dafür, dass Unternehmen künftig viel in die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter stecken könnten, liegt auch an den stark gestiegenen Anforderungen der Digitalisierung. IT-Sicherheit und Compliance sind reale Herausforderungen: Deshalb gehören Sicherheitsrelevante und Compliance-Trainings gehören zu den künftigen Top-Themen. Künstliche Intelligenz ins Lernen integrieren: Innovationen wie künstliche Intelligenz (KI), spielerisches Lernen (Gamification), Massive Open Online Courses (Moocs), Micro oder Mobile Learning eröffnen neue Lernmöglichkeiten. Social Learning ermöglichen: Wenn es gut läuft, wird Lernen individueller, unabhängiger, kompakter und sozialer. Gamification fürs Lernen nutzen: Neben typischen Social-Media-Funktionen, wie zum Beispiel "Inhalte teilen", "Chat" oder "Feedback", können Learning-Plattformen auch spielerische Komponenten aufnehmen. Roman Jaich führt in diese Ausgabe von DENK-doch.MAL.de ein, die er konzipert und verantwortet. […]

Michael Kerres: Bildung in der digitalen Welt, wir haben die Wahl

schw2698Prof. Dr. Michael Kerres von der Universität Duisburg-Essen eröffnet die neue Ausgabe. Sein Artikel „Bildung in der digitalen Welt: Wir haben die Wahl“ wendet sich gegen einen Technikdeterminismus in der Bildungsdiskussion.es geht nicht darum, bestimmte Entwicklungen für die Bildung durch die Digitalisierung als zwangsläufig darzustellen. Dabei gilt es zu verstehen, dass "das Digitale" nicht mehr nur "das Analoge" ergänzt oder verdrängt. Diese Dichotomie verkennt, dass das Digitale sich im Analogen verschränkt: Es ist Bildung, die sich zu einer Welt verhält, die durch digitale Technik geprägt ist. Damit rücken die Gestaltungsoptionen in den Vordergrund, über die eine gesellschaftliche Verständigung anzustreben ist. […]

Jörn Loviscach: Sieht so das Lernen der Zukunft aus?

loviJede und jeder kann gratis, von überall aus und zu beliebiger Zeit bei und mit den Besten der Welt studieren – mit dieser Verheißung sind die Massiven Offenen Online-Kurse (MOOCs) um das Jahr 2012 herum angetreten. Prof. Jörn Loviscach, Hochschullehrer an der Fachhochschule Bielefeld, beleuchtet in seinem Beitrag „MOOCs in Hochschule und Betrieb: Sieht so das Lernen der Zukunft aus?“ die Vielschichtigkeit des Phänomens MOOCs. Nach seiner Einschätzung ist die Wirkung von MOOCs auf die Gesellschaft keineswegs so dramatisch, wie von vielen prognostiziert. […]

Georg Spöttl: Welcher Bildungstyp macht das Rennen?

spoettlIn der Diskussion um die Ausrichtung der beruflichen Bildung sind verschiedene Konzepte und Ansätze virulent. Hintergrund ist die zentrale Frage, ob eine Akademisierung der Arbeitswelt zwingend notwendig ist oder die berufliche Bildung über eine Modularisierung einer vollständigen Flexibilisierung zuzuführen ist. Für beide Richtungen werden zahlreiche Argumente in die Diskussion gebracht, ohne dass es verbindliche und ausdifferenzierte Positionierungen gibt. Im Beitrag von Prof. Dr. Georg Spöttl „Welcher Bildungstyp macht das Rennen?“  geht es darum, welcher Bildungstyp, der akademische, der beruflich-betriebliche oder der beruflich-akademische am Ende der dominante ist.   […]

Peter Dehnbostel: Lernorte und Lernräume in der digitalen Arbeitswelt

DehnbostelProf. Dr. Peter Dehnbostel zeigt in seinem Beitrag „Lernorte und Lernräume in der digitalen Arbeitswelt – Beispiel E-Learning“ dass die Renaissance des Lernens in der Arbeit Folge restrukturierter Organisationskonzepte und der Digitalisierung von Arbeit sind. Mit der Aufwertung des Lernens findet zugleich eine Entgrenzung von Lernorten statt. Die digitale Arbeitswelt schafft neue virtuelle Lernorte und verändert die bestehenden physischen. Die Lernorte sind dabei um Lernräume und Lernarchitekturen erweitert. Sie gestalten die Arbeit subjektbezogen und integrieren Arbeiten und Lernen. Der Einsatz von E-Learning zeigt diese orts- und raumbezogene Entwicklung exemplarisch.   […]

Daniela Ahrens: Lernmöglichkeiten in vermeintlich lernfeindlichen Arbeitsumgebungen

foto_ahrensFür Dr. Daniela Ahrens von der Universität Bremen erweisen sich lineare Ableitungszusammenhänge zwischen technischen Potenzialitäten und daraus resultierenden Qualifikationszusammenhängen vielfach als generische Wunschzettel. In ihrem Beitrag „Lernmöglichkeiten in vermeintlich lernfeindlichen Arbeitsumgebungen – Herausforderungen durch die Digitalisierung“ zeigt sie, dass Automatisierung alleine noch keine hinreichende Voraussetzung ist, um draus auf die Ab- oder Aufwertung von Tätigkeiten zu schließen. Erforderlich ist aus ihrer Sicht neben der engen Verzahnung von betrieblicher Organisationsentwicklung und Kompetenzentwicklung die Formulierung von lernförderlichen Kriterien in digitalisierten Arbeitswelten. […]

Klaus Heimann: Virtuelles Lernen – Die Gamifizierung ist nicht aufzuhalten

heimannGanz praktisch verändert die Digitalisierung die Formen des Lernens bei Volkswagen. Arbeiten am virtuellen Schweißtrainer, experimentieren mit dem 3D-Drucker und auf dem Tablet mit der Lern-App die passenden Maschinendaten suchen, so sieht Bildung 4.0 in der Volkswagen-Akademie Braunschweig aus. Mobiles Lernen, außerhalb der üblichen Lern-Arbeitszeit von 7:15 bis 15:15 Uhr, auch das gibt es jetzt bei Volkswagen. Industrie 4.0 hat das starke Korsett des zeit- und ortsgebundenen Lernens ins Wanken gebracht, davon berichtet Dr. Klaus Heimann in seiner Reportage. […]

Gunther Steffens: Ersetzen Algorithmen Prüfer?

steffensNicht nur Lernen wird digitaler, auch prüfen bietet Digitalisierungspotentiale. Was davon zu halten ist, wenn Abschlussprüfungen für die Berufsausbildung zukünftig digital – und damit verbunden stärker standardisiert – sind, schildert Gunther Steffens, Bereichsleiter bei der ver.di Bundesverwaltung in Berlin, in seinem Beitrag. Sein Fazit: Irgendwie steht es nicht sonderlich gut, um das beteiligungsorientierte Prüfungswesen. […]

Bernd Benikowski: Back to the roots – vom eLearning Hype zurück zum Brettspiel?

csm_SRH_006_Benikowski_0887c38f09Lernen in digitalen Zeiten muss nicht unbedingt digitales Lernen bedeuten. Prof. Dr. Bernd Benikowski berichtet in seinem Beitrag „Back to the roots – vom eLearning Hype zurück zum Brettspiel?“ aus einem Projekt, wo gerade in digitalen Zeiten die Besinnung auf „greifbare“ Lernarrangements in Form eines Brettspiels zu Erfolgen bei der Umsetzung von Weiterbildungsstrategien führen kann.   […]