Beiträge aus der Ausgabe
01-18: Akademisierung: Eine wirklich starke Herausforderung für Betriebe, Hochschulen und Gewerkschaften.

Editorial

jaichLöst das duale Studium die duale betriebliche Berufsausbildung ab? Das neue Format legt jedenfalls gerade eine richtig tolle Karriere hin. Die Beiträge dieser Ausgabe von DENK-doch-MAL.de beschäftigen sich damit und klären wie Betriebe, Hochschulen und Gewerkschaften darauf reagieren. Dr. Roman Jaich verantwortet diese Ausgabe von DENK-doch-MAL.de. In seinem Editorial führt er in die Thematik ein. […]

Rita Meyer: Beruflichkeit in Zeiten der Akademisierung

meyerNach Einschätzung von Prof. Dr. Rita Meyer, Leibniz Universität Hannover, sind angesichts veränderter Qualifikationsanforderungen sowie eines anderen Bildungsverhaltens junger Menschen am oberen Rand des Berufsbildungssystems neue „hybride“ Bildungswege entstanden. Als Referenzpunkt für die Bewertung dieser neuen Bildungsformate legt sie dar, was Beruflichkeit bzw. die berufsförmige Organisation von Arbeit ausmacht. Sie kommt zu dem Schluss, dass weder duale Studiengänge, noch ein berufsbegleitendes Studium, aus bildungspolitischer wie auch individueller Perspektive Mängel aufweisen.  Notwendig ist daher nach ihrer Einschätzung, die neuen hybriden Bildungsformate in das Konzept der Beruflichkeit zu integrieren, was in erster Linie heißt, sie gemessen an den Qualitätsstandards der Berufsbildung zu regulieren. […]

Uwe Elsholz & Ariane Neu: Akademisierung – Wie (re)agieren die Betriebe?

neuelsholzProf. Dr. Uwe Elsholz und Ariane Neu, beide arbeiten an der Fernuni Hagen, gehen in ihrem Beitrag „Akademisierung: Wie (re)agieren die Betriebe?“ der Frage nach, wie sich betriebliche Qualifizierungsstrategien vor dem Hintergrund steigender Studierendenzahlen verändern. Sie berichten über den Zwischenstand aus einem von der Hans-Böckler-Stiftung gefördertem Projekt, in dem in drei Branchen (IT, Metall/Elektro und Einzelhandel) Gespräche mit betrieblichen Akteuren geführt wurden. Einen Akademisierungswahn oder auch –druck sind sie dabei nicht begegnet. Allerdings weisen sie auch darauf hin, dass so ganz spurlos der Trend zu höheren Bildungsabschlüssen auch an den Unternehmen nicht vorbeigeht.   […]

Ulf Banscherus: Führt die „Akademisierung“ der beruflichen Bildung zu einer „Verberuflichung“ des Hochschulstudiums?

ubanscherus_e78aebe7ddDer Beitrag zeigt, dass im deutschen Hochschulwesen keineswegs von einer Verberuflichung von Studium und Lehre auszugehen ist. Im Unterschied zu den Fachhochschulen zeigen sich die Universitäten weitgehend unbeeindruckt von der Diskussion um eine Akademisierung der Berufsbildung sowie einer Verberuflichung der akademischen (Aus-)Bildung. Sieben Aspekte der Akademisierung, die zu einer möglichen „Verberuflichung akademischer Bildung“ führen könnten, betrachtet Dr. Ulf Banscherus, von der TU-Berlin, näher: (1) die massive Expansion der Studienanfängerzahlen, (2) die steigende Durchlässigkeit zwischen beruflicher und hochschulischer Bildung, (3) die Anrechnung von außerhochschulischen Kompetenzen, (4) das verstärkte Angebot flexibler Studienformate, (5) die Hochschulen als Akteure der (beruflichen) Weiterbildung, (6) den Ausbau dualer Studiengänge und  (7) die Ausweitung des Fächerspektrums der (Fach-)Hochschulen. […]

Hannelore Mottweiler: Wie lassen sich Aus- und Fortbildungsordnungen attraktiver gestalten?

bibb„Wie lassen sich Aus- und Fortbildungsordnungen attraktiver gestalten?“ danach fragt Dr. Hannelore Mottweiler, aus dem Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB). Ihr geht es um die Zukunft der Berufsausbildung in Zeiten der Akademisierung. Sie beobachtet Verschiebungen in der Bildungslandschaft, hervorgerufen durch veränderte Bildungsentscheidungen von Schulabsolventen und -absolventinnen mit (Fach-)Hochschulzugangsberechtigung, die zu Herausforderungen für die Gestaltung beruflicher Aus- und Fortbildungswege führen. Darüber hinaus plädiert sie für eine Gleichwertigkeit zwischen beruflichen und akademischen Qualifizierungswegen auf den jeweils äquivalenten Stufen des DQR, eine gerade auch im Hinblick auf Fachkräftesicherung eminent wichtige politische Aufgabe. […]

Sirikit Krone: Was ist vom dualen Studium zu erwarten?

foto_sk_iaq_kleinDas Duales Studium im Kontext der Akademisierung beschreibt Dr. Sirikit Krone von der Universität Duisburg Essen. Die zugrunde gelegten Befragungsergebnisse wurden im Rahmen des von der HBS geförderten Forschungsprojektes ‚Karrierewege dual Studierender‘ erhoben. Dr. Sirikit Krone kommt zu dem Ergebnis, das vom Konzept her die Durchlässigkeit zwischen den Sektoren der hochschulischen und betrieblich-beruflichen Bildung, unter Annäherung und gegenseitiger Wertschätzung der beiden Systeme, gelungen ist. So genügt das duale Studium nach ihrer Einschätzung zum einen dem steigenden Bedarf an Hochschulbildung bzw. Hochschulabschlüssen und zum anderen werden die zentralen arbeitsmarktpolitischen Merkmale der dualen Berufsausbildung mit einer langen, erfolgreichen Tradition in Deutschland auf ein tertiäres Niveau übertragen.   […]

Statements von Ministerin Theresia Bauer und Präsident Prof. Friedrich Hubert Esser zum dualen Studium

dhbwDuale Studiengänge punkten durch ihre Praxisnähe und sind für die Betriebe ein wichtiges Instrument zur Fachkräfterekrutierung. Knapp 90 % der dual Studierenden bereuen ihre Entscheidung nicht und würden wieder einen dualen Studiengang wählen. Aber es gibt Schwachstellen, die auszumerzen sind. Die Statements zum dualen Studium von , Theresia Bauer, Landesministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst in Baden-Württemberg, und Prof. Friedrich Hubert Esser, Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung in Bonnsammelte, DENK-doch-MAL.de-Redaktionsmitglied  für seine Reportage zum dualen Studium ein. […]

Uta Kupfer & Thomas Ressel: Akademisierung – Herausforderung für die Gewerkschaften?

geschichteUta Kupfer und Thomas Ressel aus den Berufsbildungsabteilungen von ver.di und IG Metall fragen nach den Herausforderungen für die Gewerkschaften, wenn es um Akademisierung geht. Nachdem sie detailliert der Frage nachgegangen sind, welche Bildung unsere Gesellschaft braucht, treten sie für einen bildungsbereichsübergreifenden Reformdiskurs ein. Sie sprechen sich dabei für eine ganzheitliche Perspektive aus, die nicht einzelnen Bildungssäulen in den Blick nimmt, sondern einerseits Berufsbildung und Hochschulbildung und andererseits auch Ausbildung und Weiterbildung immer gemeinsam gestaltet. Für die berufliche Bildung ist nach ihrer Einschätzung eine Monitoringverfahren zu entwickelt und etablieren, um frühzeitig Veränderungsbedarf zu erkennen. […]