Beiträge aus der Ausgabe
01-17: Mehr als Fachlichkeit darf’s schon sein: Leeres Geschwätz oder ökonomische Notwendigkeit?.

Editorial

endreskleinEine innovativ-offene Firmenkultur ist mehr als Fakten, Fakten, Fakten. Sie braucht Menschen, die zusätzlich zu Fachlichkeit vielfältige andere Persönlichkeitsmerkmale erworben haben. Sogenannte „soziale Kompetenzen“ besitzen und bereit sind, sich immer wieder auf neue Menschen und Situationen einzulassen und über sich selbst zu reflektieren. Mit dem Gutachten "Bildung. Mehr als Fachlichkeit" des Aktionsrats Bildung des Verbands der bayerischen Wirtschaft aus dem Jahr 2015 ist dieser grundlegende Wandel auch für die Wirtschaft dokumentiert. Dieser bemerkenswerte Vorgang hat Gerhard Endres, Redktionbsmitglied von DENK-doch-MAL.de zum Anlass genommen eine Ausgabe diesem Ansatz zu  widmen. […]

Rudolf Tippelt: Wir brauchen mehr Zeit für Allgemeinbildung

foto-tippelt1Im Gespräch mit Professor Dr. Rudolf Tippelt, der maßgeblich die Studie „Bildung. Mehr als Fachlichkeit“ geprägt hat, zeigt sich, dass Bildung im umfassenden Sinn auch bei Führungskräften einen höheren Stellenwert erhält, der enge Begriff von Qualifikationen nicht ausreicht, um in der Arbeitswelt der Gegenwart und Zukunft die Bildungsprozesse zu beschreiben. Bildung hebt darauf ab, dass Menschen breite Interessen haben, nicht nur Interesse an Fachwissen. "Die Wirtschaft ist keineswegs ausschließlich an einer engen fachlichen Qualifizierung interessiert", erklärt Tippelt im Interview mit Gerhard Endres.       […]

Wolfgang Schroeder: Die Suche nach neuen Lösungen für die Zukunft des Sozialstaats hat begonnen

Wolfgang SchroederAuf die Rahmenbedingungen der Arbeit der Zukunft, ausgehend von der Geschichte des deutschen Sozialstaats, geht Professor Dr. Wolfgang Schroeder von der Universität Kassel ein. Schroeder war viele Jahre sozialpolitischer Vordenker der IG Metall. Seine Frage ist: Wie viel Sozialstaat braucht die schöne neue Arbeitswelt und wie wird er finanziert? Professor Schroeder beschreibt einige “Baustellen”, die in Zukunft anstehen. Dieses System finanziert sich durch Abgaben, die alle sozialversichungspflichtigen Beschäftigen zu leisten haben. Nur was ist wenn diese Regelform der Arbeit abnimmt? Roboter die Aufgaben von Menschen übernehmen und das in einem bislang nicht gekannten Ausmaß? Brauchen wir eine Roboter-Abgabe? Was fangen die Menschen mit ihrer Zeit an? Ist jetzt Zeit für umfassende allgemeine Bildung? […]

Doris Aschenbrenner: Wie viel politische Bildung braucht Arbeiten 4.0?

kleiniaschenbrennermg_1436-1Nicht erst seit es populistische Aktionsgruppen, Netzwerke und Parteien gibt, steht es um eine fundierte, reflektierte und sinnlich erfüllende politische Bildung nicht zum Besten. Wie viel politische Bildung braucht Arbeiten 4.0? Doris Aschenbrenner, Robotik Expertin gibt einige Antworten. Sie kennt das Internet bis ins Detail, die Entwicklungen der Digitalisierung und was das für die politische Bildung bedeutet. Denn: "Wir müssen die Prozesse der Digitalisierung verstehen. Wir müssen Computer und das Internet verstehen. Und wir müssen die politischen Konsequenzen daraus ableiten – diese sind nicht notwendigerweise so neu wie die Technologien, aber auch unsere Standardantworten brauchen eine Überprüfung unter den Rahmenbedingungen der Digitalisierung." Und die Dinge zu verstehen, dass ist Aufgabe der Bildung, ganz besonders der politischen Bildung. […]

Fritz Böhle: Digitalisierung braucht Erfahrungswissen

kleinboehle-img_0086Professor Dr. Fritz Böhle, einer der führenden Industriesoziologen der die Arbeitswelt umfassend, betriebsnah erforscht beschreibt, setzt weiterhin auf den Bildungsbegriff, der scheinbar ganz altmodisch daher kommt. Sein Plädoyer: Mit Verstand und allen Sinnen lernen. Arbeit im turbulenten Umfeld verbindet er mit der Kernfrage: Braucht Arbeit 4.0 erfahrungsbasiertes Wissen? […]

Bernd Zimmer: Lohnt sich berufliche Bildung auch für scheinbar schwächere Jugendliche?

kleinzimmer_bernd_0027"Der deutsche Weg der dualen Ausbildung ist auch für Personen ohne Hauptschulabschluss hervorragend geeignet, die Herausforderungen von Arbeiten 4.0 erfolgreich zu bestehen", davon ist Bernd Zimmer, Geschäftsführer des Berufsbildungswerks Kirchseeon, überzeugt. Häufig werde bei Digitalisierung, Smart Home und Virtualisierung übersehen, dass nicht alle Menschen eine Ausbildung erhielten und in die Arbeitswelt integriert sind. Zimmer,  fragt: Lohnt sich berufliche Bildung für scheinbar schwächere Jugendliche?  Der Zusammenhalt und die Menschlichkeit der Gesellschaft können nur gelingen, wenn alle Menschen eine reale Chance haben, sich selbst mit Arbeit zu ernähren und ein halbwegs sinnvolles Leben führen. Allein ökonomische Erwägungen reichen für die Begründung einer Bildung für alle nicht aus. […]