Ausgabe 02-17

Wird die digitale Arbeitswelt wirklich so schön?

Mittlerweile hat sich Technik und damit die technisch machbaren Lösungen grundlegend verändert

 

Es gibt viele Berichte, die darauf hinweisen, dass Arbeit 4.0/Digitalisierung keine Luftnummern sind. Nicht nur die Einfacharbeitsplätze sind betroffen. Die Restrukturierungs- und Innovationsprozesse machen veränderte Aus- und vermehrte Weiterbildung erforderlich. Insbesondere dann, wenn die Beschäftigten im Sinne guter Arbeit in der digitalisierten Welt tätig und innovativ sein sollen. Mittlerweile hat sich Technik und damit die technisch machbaren Lösungen, grundlegend verändert. Das hat Auswirkungen auf Arbeit und Qualifizierung. Die Beschleunigung technischer Innovationen führt in den Betrieben zur Flexibilisierung der Arbeitsstrukturen, Veränderungen der Arbeitsorganisation, Veränderungen der Arbeitsplätze – z.B. vernetzte Arbeitsformen – und kontinuierlichen Restrukturierungsprozessen, verbunden mit Arbeitsplatzabbau. Die Autoren dieser Ausgabe von DENK-doch-MAL.de schauen genau hin, was sich verändert.

Tags: Arbeit 4.0; Bildung 4,0; Digitalisierung, Weißbuch Arbeiten 4.0; Zukunft Sozialstaat, Weiterbildung, IG Metall, ver.di, Phoenix Contact

 

Interview mit ver.di Vorstand Ute Kittel: Was kommt auf die Berufsbildung zu und was ist neu zu regeln?

Wie schön oder nicht schön die eine neue Arbeitswelt wird, oder zumindest wahrgenommen wird, hängt nicht zuletzt davon ab, ob die Beschäftigten über ausreichend Kompetenzen für ihre Tätigkeiten verfügen. Im Gespräch mit Ute Kittel, Mitglied im Bundesvorstand der ver.di, gehen wir der Frage nach, ob die duale Berufsausbildung für neue Herausforderungen ausreichend gut aufgestellt ist, wo Schwachstellen liegen aber auch, wie es um die Weiterbildung bestellt ist.   […]

Benjamin Mikfeld: Die „Arbeitsversicherung“ und das „Persönliche Erwerbstätigenkonto“ als qualifizierungspolitische Reformprojekte

Benjamin Mikfeld, Leiter der Abteilung „Grundsatzfragen des Sozialstaates, der Arbeitswelt und der sozialen Marktwirtschaft“ im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, stellt in seinem Beitrag den Gedanken der „Arbeitsversicherung“ vor. Ein wichtiges Reformprojekt der SPD. Er folgt der Versicherungslogik, die allerdings den „Risikofall“ nicht mehr nur in (drohender) Arbeitslosigkeit sieht und somit die Arbeitslosenversicherung pfadabhängig stärker präventiv ausrichtet. Das „Persönliche Erwerbstätigenkonto“ ist stärker verteilungspolitisch begründet und stellt ein Bürgerrecht auf mehr Teilhabe dar. Beide Ansätze sollten im Zuge einer Gesamtstrategie mit anderen staatlichen Instrumenten wie der Förderung der Aufstiegsfortbildung verzahnt und so ausgerichtet werden, dass sie anschlussfähig auch an tarifpolitische Strategien zur Qualifizierung der Beschäftigten sind. […]

BEITRÄGE ZU ANDEREN THEMEN

Andreas Boes/Andrea Baukrowitz/Tobias Kämpf/Kira Marrs: Globalisierung in der Dienstleistungswirtschaft

1 Offshoring: Die Globalisierung erreicht den Dienstleistungssektor* Wer sich über die Globalisierung Gedanken machte, hatte zumindest bis zur Jahrtausendwende zumeist Industriearbeiter vor Augen, die sich mit drohenden Verlagerungen und verschärfter […]

Claudia Koring & Thomas Ressel: Beruflichkeit als Kompass für die Gestaltung der digitalen Arbeitswelt

Mit der modernen Beruflichkeit bezieht die IG Metall Studium und wissenschaftliche Weiterbildung in ihr Verständnis von Beruflichkeit ein. Die Ansprüche in den Betrieben an Fachkräften steigen, die betriebliche Personalentwicklung hat bereits reagiert, zunehmend werden duale Studiengänge und Hochschulabsolventen in den Blick genommen. Auch in den Ausbildungsberufen sind wissenschaftsorientierte Anforderungen gestiegen. Mit dem Leitbild der erweiterten modernen Beruflichkeit stellt die IG Metall gemeinsame Prinzipien und Qualitätsmaßstäben sowohl für die betrieblich-duale wie für die hochschulische (Berufs-)Bildung zur Diskussion, diese Veränderungen beschreiben Claudia Koring und Thomas Ressel in ihrem Beitrag.