AUSGABE 04-18

Die gespaltene Gesellschaft: Kann es sozialen Frieden in Deutschland geben?

Die Deutschen erleben die Gesellschaft als tief gespalten, in diesem Satz lassen sich die Ergebnisse einer Umfrage von Demoskopie Allensbach resümieren. Die Spaltung als soziales Phänomen ist Ergebnis einer Einkommens- und Geldpolitik, die Vermögende begünstigt und die Armen vom Wohlstand ausschließt. Das ist zutiefst ungerecht. Die Politik ist genauso gefordert wie die Gewerkschaften, ihren Beitrag zur Abkehr von diesem Weg und zur Rückkehr zu einem Pfad der Schaffung solidarischer Arbeits- und Lebensverhältnisse zu leisten. Mit der Thematisierung des Sports in dieser Online-Ausgabe von DENK-doch-MAL.de ist ein soziales Feld in die Debatte einbezogen, dass im gesellschaftlichen Diskurs oft fehlt. In diesem Sinne sollen die Beiträge einen Bogen spannen von der Politik zur ehrenamtlichen Arbeit, von der Gesellschafts- über die Bildungs- zur Sportpolitik. Die Spaltung der Gesellschaft - darin lassen sich die Ansätze einen - gilt es zu überwinden. Hier der Überblick über die vierte Ausgabe 2018. Tags: Gespaltene Gesellschaft, Sozialer Friede, Schulsport, Fußball, Arbeit, Gewerkschaften, Bildungschancen, Soziale Herkunft, Ewald Lienen, Christiane Benner, Christoph Butterwegge


Christiane Benner: Transformation der Arbeit – Wie bleiben Gewerkschaften stark?

Christiane Benner, zweite Vorsitzende der IG Metall, diskutiert die Möglichkeiten gewerkschaftlichen Handelns im sog. digitalen Transformationsprozess. Gewerkschaften und Betriebsräte sind unabdingbar wichtige Akteure im Kampf gegen soziale Spaltung und Ausgrenzung in Gesellschaft und Betrieb. Im Zentrum ihrer Ausführungen stehen „fünf Punkte für innovative Mitbestimmung in der Digitalisierung“. In diesem „Fünf-Punkte-Plan“ nimmt die Qualifizierung der Belegschaften eine besondere Rolle ein. Qualifizierung sieht sie herbei als große gesellschaftliche Aufgabe, die von den Betrieben und der Gesellschaft gemeinsam angegangen werden sollte. […]

Christoph Butterwegge: Gespaltene Gesellschaft: einmal unten – immer unten?

Prof. Dr. Christoph Butterwegge, bekannt für seine Forschungsarbeiten zu Armut, ungleicher Verteilung und Rechtsentwicklung und ehemaliger Kandidat der LINKEN für das Amt des Bundespräsidenten, schätzt, dass auf der Basis der Zahlen des Fünften Armuts- und Reichtumsberichts der Bundesregierung und anderer Untersuchungen in Deutschland „rund 32 Millionen Menschen (...) quasi von der Hand in den Mund“ leben. Pointiert formuliert: „Sie sind nur eine Kündigung oder eine schwere Krankheit von der Armut entfernt.“ Politisch setzt sich Butterwegge für einen aktiven und Interventionen nicht scheuenden Sozialstaat ein. Notwendig sei eine „Agenda der Solidarität in einer inklusiven Gesellschaft“. […]

BEITRÄGE ZU ANDEREN THEMEN

Rolf Dobischat: Bildung für alle? – Von wegen!

Wir brauchen in Deutschland aber auch ein gesellschaftliches Klima, das Bildung und insbesondere Hochschulbildung als etwas Erstrebenswertes, Spannendes, Bereicherndes und vor allem Selbstverständliches begreift. Der Weg an die Hochschulen ist heute mit zahlreichen Hürden und Barrieren belegt; die soziale Selektion beginnt schon früh in der Schule. Solange wir dagegen nichts tun, bleiben die schönen Slogans wie „Bildung für alle" schal und leer.

Dieter Gnahs: Aufklärung statt Worthülsen

Insgesamt geht es darum, die Krise als Lernimpuls zu nutzen und bestimmte Entwicklungen zu reflektieren und daraus Schlussfolgerungen zu ziehen.