AUSGABE 01-21

Beruflichkeit in den Gesundheits- und Pflegeberufen

In dieser Ausgabe nehmen wir die Beruflichkeit, bzw. die berufliche Bildung in dem Bereich der Gesundheits- und Pflegeberufe in den Blick. Es ist uns dabei ein wichtiges Anliegen, Antworten darauf zu erhalten, wie die Ausbildungen in den Gesundheitsfachberufen gestärkt und attraktiver gestaltet werden können. Gerade vor dem Hintergrund des großen Fachkräftebedarfs bzw. Fachkräftemangels ist es längst überfällig, zeitgemäße und attraktive Ausbildungen in den Gesundheitsfachberufen zu etablieren. Dafür fächern wir mit folgenden Beiträgen ein differenziertes Bild auf, in denen nicht immer Antworten auf die jeweiligen Fragen formuliert werden, sondern vielmehr Probleme beschrieben, Handlungsbedarfe formuliert, gangbare Wege aufgezeigt aber auch Positionen bezogen werden die zu Diskussionen einladen sollen.

Hier der Überblick über die Ausgabe 01-2021


Die Redaktion von DENK-doch-MAL nimmt Abschied von Ulrich Degen. Am 03.03.2021 ist Ulrich gestorben. Er musste schon längere Zeit mit einer Erkrankung kämpfen.

Seit vielen Jahren war Ulrich seit ehrenamtlich in der Redaktionsgruppe von DENK-doch-MAL aktiv. Er schrieb auch Beiträge für WAP, das Bildungsportal der IG Metall. Wir haben Ulrich Degen als vielfältig interessierten, sachkundigen und gut vernetzten Kollegen kennen und schätzen gelernt. Er war Mitglied der IG Metall. Seine wissenschaftliche Neugier drückte sich auch in seinem Studium aus; studierte er doch Rechtswissenschaften, Soziologie, Politikwissenschaften, Pädagogik und Kybernetik. Nachdem er einige Jahre als Assistent bei den Politikwissenschaften an der FU Berlin gearbeitet hat, wechselte er 1977 ins Bundesinstitut für Berufsbildung. Hier war Ulrich in unterschiedlichen Funktionen bis zu seiner Verrentung im Jahr 2008 aktiv. Zuletzt war er dort Leiter des BIBB-Arbeitsbereichs ‚Kompetenzentwicklung‘. Im BIBB war er auch eine Zeit lang Mitglied des Personalrates. Als Arbeitnehmervertreter im Prüfungsausschuss der IHK Köln für den Ausbildungsberuf ‚Fachangestellte/r für Markt- und Sozialforschung‘ war er ebenso aktiv wie als Schöffe am Sozialgericht Köln. Ulrich Degen schrieb eine Reihe von Beiträgen für DENK-doch-MAL und WAP. Er verstand sich als Ideengeber und als Netzwerker zwischen den Institutionen der Berufsbildung, insbesondere zu den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern im BIBB und ihren Forschungsprojekten und den Gewerkschaften.

Noch wenige Tage vor seinem Tod hatten wir in Vorbereitung eines Heftes, das ihm ganz wichtig war und an dem er mitarbeiten wollte, Kontakt miteinander. Über seinen Tod sind wir bestürzt und traurig.

Die Redaktionsgruppe


 

Michaela Evans / Wolfram Gießler: Berufliche Handlungsfähigkeit als Voraussetzung aufwertungsorientierter Digitalisierung in der Akutpflege

Digitale Technik hält zunehmend Einzug in die Arbeitswelt professionell Pflegender, insbesondere in der stationären Akutversorgung. Michaela Evans vom IAT und Wolfram Gießler vom BIG Essen gehen in ihrem Beitrag „Jenseits instrumenteller Logik: Berufliche Handlungsfähigkeit als Voraussetzung aufwertungsorientierter Digitalisierung in der Akutpflege“ davon aus, dass der Einsatz digitaler Technik hinsichtlich Entlastung, attraktiverer Arbeitsbedingungen und höherer Versorgungsqualität nur dann gelingt, wenn berücksichtigt wird, wie beruflich Pflegende die Nutzung digitaler Technik in ihren Alltag integrieren und gestalten können. […]

BEITRÄGE ZU ANDEREN THEMEN

Gerd Dielmann: Die Gesundheitsberufe im Berufsbildungssystem – ein Überblick

Gerd Dielmann (ver.di) beschreibt in seinem Beitrag „Die Gesundheitsberufe im Berufsbildungssystem – ein Überblick“ den institutionellen Rahmen der Berufe, mit denen wir uns in dieser Ausgabe auseinandersetzen. Er macht deutlich, dass es „den einen“ Gesundheitsberuf nicht gibt.

Ulrike Weyland & Wilhelm Koschel: Qualifizierung von Praxisanleiter*innen in den Gesundheitsfachberufen

Der Beitrag „Qualifizierung von Praxisanleiter*innen in den Gesundheitsfachberufen. Ein digital gestützter Ansatz am Beispiel der generalistischen Pflegeausbildung“ von Prof. Ulrike Weyland und Wilhelm Koschel von der Universität Münster widmet sich der Qualifizierung von Praxisanleiter*innen in den Gesundheitsberufen.

Karin Reiber: Qualifikation der Lehrenden für die berufliche Fachrichtung Pflege – ein langer Weg zur Meisterklasse

Prof. Karin Reiber von der Hochschule Esslingen beschreibt in ihrem Beitrag „Qualifikation der Lehrenden für die berufliche Fachrichtung Pflege – ein langer Weg zur Meisterklasse“ ausgehend von einem kurzen historischen Rückblick die Anforderungen an die Ausbildung des Lehrpersonals in der Pflege.