Ausgabe 04-16

Moderne Beruflichkeit: Eine Alternative zum Mythos „Akademisierungswahn“ und zur „Employability-Maxime“ des Bologna-Regimes

Vor zwei Jahren hat die IG Metall nach einem längeren Entwicklungsprozess das Leitbild „Erweiterte moderne Beruflichkeit“ und damit gemeinsame Prinzipien für die Gestaltung von Lernprozessen in der betrieblich-dualen und in der hochschulischen Bildung zur Diskussion gestellt. In dieser Ausgabe des Online-Magazins DENK-doch-MAL.de ziehen wir Zwischenbilanz und fragen: Hat das Leitbild der „erweiterten modernen Beruflichkeit“ Impulse für die gewerkschaftliche Praxis gegeben? Wie lässt sich das Leitbild in den aktuellen Diskussionsprozess über den Reformbedarf von Bildung einordnen? Welche Bedeutung hat das Leitbild für die künftige bildungspolitische Praxis der IG Metall? Antworten finden Sie in diesem Online-Magazin.

Tags: Beruflichkeit, Akademisierung, Berufsausbildung, Employability, Bildungspolitik, Gewerkschaften, Bildungsreform, IG Metall

 

Hans-Jürgen Urban: Perspektiven gewerkschaftlicher Berufsbildungs- und Bildungspolitik

Es ist an der Zeit, politisch und institutionell Bildungsreform wieder übergreifend zu diskutieren und aus diesem Prozess politische Initiativen für die Gesetzgebung in Bund und Ländern abzuleiten. Institutionell könnte dieser Prozess über eine bei der Bundesregierung angesiedelte Bildungsreformkommission verankert werden. Diese Vorschlag macht Dr. Hans-Jürgen Urban in seinem Beitrag zu den Perspektiven gewerkschaftlicher Berufsbildungs- und Bildungspolitik. […]

Rita Meyer: Trägt das Leitbild Beruflichkeit für die Gestaltung der Arbeit heute und morgen?

Für die Gewerkschaften ist das Leitbild moderne erweiterte Beruflichkeit ein politisches Bekenntnis, alles das, was wir an der Organisation im Berufskonzept in der beruflichen Erstausbildung schätzen, zu würdigen, zu erhalten und auszubauen (z.B. u.a. die gesetzliche Regulierung und das Partizipationsprinzip). "Dass die positiven Strukturmerkmale der beruflichen Organisation von Arbeit auch für andere Bereiche unseres Bildungssystems gelten sollen, ist der derzeit allerdings eher noch Programmatik statt Wirklichkeit", resümiert Prof. Dr. Rita Meyer in ihrem Beitrag. […]

BEITRÄGE ZU ANDEREN THEMEN: Rechtsextremismus und Ausländerfeindlichkeit

Die Geschichte von Jan S.

Die Biographie von Jan S. ist in vielerlei Hinsicht typisch: Im Alter von 15 Jahren hat er zum ersten Mal losen Kontakt zur rechten Szene in seinem Heimatort in Schleswig-Holstein, anfangs noch locker, unorganisiert und unregelmäßig. Jan trifft sich mit den Rechtsradikalen zum Feiern, ohne politische Motivation. Der Kontakt intensiviert sich erst, als Jan von seinem Betrieb nicht unbefristet übernommen wird, sondern lediglich einen auf sechs Monate befristeten Vertrag erhält.

Interview mit Johannes Kiess: Jeder zehnte Azubi und Schüler ist ausländerfeindlich eingestellt

Im Rahmen der sozialpsychologischen "Mitte-Studie" an der Universität Leipzig werden seit 2002 im Zwei-Jahres-Rhythmus repräsentative Erhebungen zur rechtsextremen Einstellung in Deutschland durchgeführt.  Dabei ist ein starker Rückgang bei allen rechtsextremen Dimensionen zu verzeichnen. Es gibt weniger manifest rechtsextrem eingestellte Bürger, das gilt auch für Jugendliche. Gleichzeitig stieg die Abwertung bestimmter Gruppen an. DENK-doch-MAL Redakteur KLAUS HEIMANN sprach mit JOHANNES KIESS, einem der Autoren der Studie, über rechtsradikale Einstellungen bei Azubis und Schülern.

Aus der Praxis vor Ort: Bündnisse schmieden gegen Rechtsextremismus

Es gibt in Deutschland in vielen Regionen eine praktische Arbeit gegen Rechtsextremismus. An einem beliebigen Tag im Juni 2014 ist über zwei Aktionen zu berichten, die wir registrieren konnten. Die Arbeit in Wolfsburg und Nordhausen zeigen, wie vor Ort Arbeit „Gemeinsam gegen Rechtsextremismus“ aussehen kann.