AUSGABE 01-19

Die „öffentliche“ Hochschule

Streitraum Hochschule – Streit um Hochschule

I

m hochschulpolitischen Programm des DGB ragen zwei Sätze heraus. Der eine lautet: „An Hochschulen praktizierte Wissenschaft darf nicht den Zwängen des marktwirtschaftlichen Wettbewerbs unterworfen sein, sondern muss in demokratische Verfahren und Strukturen eingebunden und transparent sein.“ Ihm direkt folgend der zweite wichtige Gedanke: „Der gesellschaftliche Kern der Wissenschaftsfreiheit liegt in dem Beitrag der Wissenschaften zu einem vernunftgeleiteten, sozial gerechten, friedlichen und demokratischen Gemeinwesen. Unsere Gesellschaft braucht daher eine plurale, kritisch-reflexive Wissenschaft.“ Aus Sicht der Gewerkschaften ist braucht es daher „öffentliche“ Hochschulen, die dem Staat und der Gesellschaft zu Transparenz verpflichtet und in denen sich Gesellschaft abbildet. Wohl wissend um die Widersprüchlichkeit in derselben.

Öffentlichkeit lebt vom „Streit“. Die Hochschule wird im besten Fall zu einem „Streitraum“. Wir freuen uns daher, dass Thomas Krüger, der Präsident der Bundeszentrale für Politische Bildung, der genau diesen Titel in einem Aufsatz für das DSW-Journal gewählt hat, auch uns seine Gedanken zur Verfügung gestellt hat. In diesem Streitraum, der unterschiedliche wissenschaftliche Positionen ebenso voraussetzt wie die Artikulation und den Aushandlungsprozess zwischen unterschiedlichen Positionen und Personengruppen, konstituiert sich einer hochschulinternen Öffentlichkeit. Sie macht Transparenz nach innen und außen notwendig. Mit ihm und den Autorinnen und Autoren der aktuellen DDM-Ausgabe wollen wir den Streitraum Hochschule ausleuchten.

Hier der Überblick über die erste Ausgabe 2019.


Thomas Krüger: Hochschule als Streitraum

„So what?“ lautet die wohl kompakteste Sinn-Frage, die unterschiedlichste Kontexte prägnant auf den Prüfstand stellt und die auch Hochschulen und Studierende im akademischen Miteinander täglich neu beantworten müssen – inhaltlich […]

Lukas Daubner: Hochschulräte: Zwischen Anspruch und Wirklichkeit

Hochschulräte verkörpern die Veränderungen, die sich seit gut 20 Jahren an deutschen Hochschulen abspielen. Sie versinnbildlichen für Kritiker_innen dieser Veränderungen die Zunahme von wirtschaftlichen Interessen in Forschung und Lehre, Befürworter_innen […]

BEITRÄGE ZU ANDEREN THEMEN

Isa Schön und Kevin Kunze: Oben bleibt oben. Und unten…?!

Wen vertreten wir da eigentlich? Über 90 Prozent der Eliten[1] haben einen Hochschulabschluss – die Uni ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur Spitzenposition. Die fortschreitende Öffnung der Hochschulen […]

Manfred Wannöffel: Das Konzept der Forschungskooperation

Einleitung Absicht dieses Beitrages ist es, das Konzept der Forschungskooperation der Gemeinsamen Arbeitsstelle RUB/IGM vorzustellen und mit seinen unterschiedlichen, inter- und transdisziplinären Ausrichtungen zu diskutieren. Die Entwicklung dieses Konzeptes ist […]

Sonja Staack: Hochschulen brauchen ein Konzept für Arbeitsweltorientierung

So rasant die Hochschulen wachsen, so schleppend kommt die konzeptionelle Ausgestaltung ihrer wachsenden Aufgaben voran. Längst werden große Teile des Arbeitsmarktes von akademischen Berufen geprägt. Doch mit dem Verhältnis von […]