Ausgabe 02-16

Für gute Bildung und gute Arbeit - Das Weiterbildungsgesetz bleibt auf der Agenda

 

Dass es um die Weiterbildung in Deutschland, ganz entgegen anderslautender Bekundungen, immer noch nicht zum Besten steht, ist bekannt. Weiterbildung in Deutschland ist einfach nur Mittelmaß. Mehr nicht. Es hat sich wenig, zu wenig bewegt in den letzten Jahren. Die Politik zeigt kein Interesse das Feld zu gestalten. Obwohl nur wenige gesellschafts- und wirtschaftspolitische Ziele einen so breiten Konsens finden, wie die Forderung, den Stellenwert von Weiterbildung zu erhöhen. Unbestritten ist seit vielen Jahren ihre Bedeutung für die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe einerseits sowie der Erwerbssicherung der Beschäftigten andererseits. Heftig umstritten ist, welcher Handlungsbedarf konkret besteht und wie eine Verbesserung zu erreicht ist. Wer soll für die Finanzierung der Weiterbildung aufkommen? Wer soll die notwendige Zeit bereitstellen? Wer verhindert schlechte Weiterbildung? Warum führt die politische Bildung ein Nischendasein? Sollen denn die Wahlerfolge der AfD noch größer werden? DENK-doch-MAL.de sucht in dieser Online-Ausgabe nach Spuren: Wo bewegt sich was? Wer geht voran, vielleicht die Schweiz? Welche Regelungen wünscht sich ein Weiterbildungsinstitut? Und: Ist Bildungsabstinenz nicht die richtige Antwort auf schlechte Angebote?

Tags: Arbeit, Weiterbildung, Weiterbildungspolitik, Rechtsanspruch auf Weiterbildung, Schweizer Weiterbildungsgesetz, Berufs-Bildungs-Perspektiven, Politische Bildung

 

 

Berndhard Grämiger: Weist das neue Weiterbildungsgesetz der Schweiz den Weg?

Bernhard Grämiger, stellvertretender Direktor des Schweizerischen Verbands für Weiterbildung, beschreibt die Entwicklung zu einem Weiterbildungsgesetz und deren Inhalte in der Schweiz. Ausführlich geht er auf die voraussichtliche Wirkung des Gesetzes ein, die so sei an dieser Stelle schon gesagt, nach seiner Einschätzung eher dürftig ausfällt. Aber immerhin, das Gesetz wird kommen. Der Autor erklärt, wie es wirken soll. […]

Ansgar Klinger: Förderung der Weiterbildung – Rückzug der öffentlichen Hand

Ansgar Klinger, Leiter des Organisationsbereichs Berufliche Bildung und Weiterbildung im GEW Hauptvorstand knüpft in seinem Beitrag an die Empfehlungen der Expertenkommission Finanzierung Lebenslangen Lernens an, die vor über 10 Jahren ihren Schlussbericht veröffentlicht hat. In seinem Beitrag geht er auf den Rückzug der öffentlichen Hand aus der Finanzierung der Weiterbildung ein. Er zeigt auf, dass trotz aller positiven Bekundungen zum Lebenslangen Lernen die Finanzierung der Weiterbildung – in allen Bereichen – rückläufig ist. […]

BEITRÄGE ZU ANDEREN THEMEN: Fuer einen starken Staat

Wolfgang Thierse: Die kapitalistische Marktwirtschaft bedarf der Kontrolle

In ihrem Hamburger Grundsatzprogramm aus dem Jahre 2007 hat die Sozialdemokratische Partei Deutschlands die Zukunftsaufgaben des Staates klar umrissen: Der demokratische Staat ist die politische Selbstorganisation der Bürgerinnen und Bürger. […]

Gerhard Schick: Finanzpolitik für den Bürger – Starker Staat reguliert die Finanzwirtschaft

Statt einer Regierung, die sich vorrangig als Förderer und Freund der Finanzbranche sieht und dabei die Stabilität des Finanzmarkts und die Interessen der Kunden vernachlässigt, brauchen wir einen Staat, der den Willen hat, die Regeln auf den Märkten zu setzen.

Julian Nida-Rümelien: So viel Markt wie möglich – so viel Staat wie nötig

So viel Markt wie möglich – so viel Staat wie nötig, das war die zentrale Botschaft des Godesberger Programms der deutschen Sozialdemokratie im Jahre 1959. Damit verabschiedete sich die SPD […]